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Internationales Restaurant Glockenbachviertel "Kranz":Alles bio, oder was?

Biologisch, aber nicht öko: Das Restaurant Kranz im Glockenbachviertel ist derzeit ziemlich angesagt. Zu Recht!

Anmerkung der Redaktion: Diese Kritik ist veraltet. Das Restaurant Kanz gibt es nicht mehr.

Das Restaurant Kranz lockt mit rein biologischen Speisen ohne "öko" sein zu wollen.

(Foto: Foto: Susanne Popp)

Die Konzept hört sich vielversprechend an: "Jedes Lebensmittel hat seinen eigenen Geschmack, wir lassen ihm diesen." Dies verkündet das Restaurant Kranz auf seiner Internet-Seite. Mitten im Glockenbachviertel gibt es ein Restaurant für alle, die es zwar rein biologisch, aber trotzdem nicht "öko" wollen.

Kranz, hinter dem Namen könnte man zunächst eher ein Blumengeschäft vermuten als ein Bio-Lokal. Die Erklärung dafür ist jedoch nahestehend: Die Chefin des Restaurants heißt Petra Kranz.

Als wir das Lokal an einem Montagabend betreten, ist es nur zu einem Drittel voll. Draußen auf dem Gehsteig sind aber alle Tische besetzt, kein Wunder, bei dem schönen Wetter sitzt man eben lieber im Freien. Das Interieur ist schlicht, das elegante Ambiente in warmen Braun lenkt nicht vom Wesentlichen ab und bietet eine Umgebung zum Wohlfühlen. Zur Straße hin sind die großen Fenstertüren weit geöffnet, so dass auch die innen Sitzenden etwas von dem schönen Abend mitbekommen.

Die Bedienung empfiehlt uns als Aperitiv einen Cava mit Hollundersirup (5 Euro). Er schmeckt frisch, doch leider etwas zu stark nach Hollunder. Als Vorspeise entscheiden wir uns für die Spargelcremesuppe (5 Euro) und die Kalbslendenstreifen auf Tomaten-Spargel-Salat (12 Euro). Die Suppe ist zwar frisch zubereitet, doch leider fehlen uns zum vollkommenen Genuss frische Spargelstückche. Ohne diesen kommt sie uns dann doch etwas dünn vor. Dafür begeistert uns der Salat sofort, sehr ansprechend angerichtet, frisch und gut abgeschmeckt ist er jeden Cent wert.

Jung, dynamisch, typisch Glockenbach

Dann geht es an die Weinauswahl. Die Karte ist nicht sehr umfangreich, aber auch hier ist alles rein biologisch. Wir wählen einen Bianco di Costoza "Villa Merighi" von 2007 (die Flasche für 18 Euro), der gut gekühlt serviert wird. Das Preis-Leistungsverhältnis stimmt. Dazu nehmen wir stilles Wasser "St. Leonhards Quelle" für 5,80 Euro (1 Liter).

Das Publikum im Kranz ist jung, dynamisch und typisch Glockenbach. Wer hier essen will, braucht das nötige Kleingeld, doch das war bei den Hippstern der Stadt ja noch nie das Problem.

Bio-Produkte statt Tiefkühlkost

Als Hauptgericht entscheiden wir uns für Thunfisch im Sesammantel (19 Euro) und ein Entrecote (21 Euro). Die Gerichte sind ohne Beilagen, was uns bei dem Preis doch etwas wundert. Diese müssen à la Carte dazu bestellt werden. Wir nehmen Fenchel und Zucchini zum Thunfisch (jeweils drei Euro) und zum Entrecote einen Salat und Kartoffeln (jeweils vier Euro). Also Achtung, denn so wird das Essen schnell sehr teuer.

Von der Qualität der Speisen sind wir jedoch sofort begeistert: Das Entrecote ist zart und mit einer pikanten Sauce abgeschmeckt, der Thunfisch ganz frisch und nur ganz kurz angebraten, so dass er perfekt saftig und innen noch roh ist. Auch die Beilagen sind frisch, nur der Salat hätte etwas weniger Dressing besser vertragen.

Zum Abschluss gönnen wir uns ein Erdbeer-Rhabarber-Tiramisu (7 Euro). Luftig und leicht und nach frischen Erdbeeren schmeckend ist es ein wahrer Genuss und rundet den Abend hervorragend ab.

Man schmeckt, dass im Kranz wirklich nur frische Bio-Produkte auf den Tisch kommen und keine Tiefkühlkost serviert wird, aber das hat eben seinen Preis.

Kranz, Hans-Sachs-Straße 12, 80469 München, Telefon: 089/21668250

© sueddeutsche.de/sus/sonn
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