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Kraftwerk:Greenpeace ist gegen längere Kohle-Laufzeit

Die Umweltorganisation Greenpeace verwahrt sich gegen den Eindruck, sie unterstütze den Weiterbetrieb des Kohleblocks im Kraftwerk Nord bis nach 2026. Dies sei nicht die Position von Greenpeace, erklärt Energieexperte Karsten Smid. Vielmehr unterstütze man ausdrücklich den Bürgerentscheid von 2017, bei dem sich eine Mehrheit für eine Abschaltung bis spätestens 2022 ausgesprochen hat. Je früher ein Kraftwerk durch erneuerbare Energien ersetzt werden könne, desto besser sei es für den Klimaschutz. Hintergrund dieser Klarstellung ist eine Aussage von Stadtwerke-Chef Florian Bieberbach, der sich durch einen von Greenpeace und Client Earth ausgearbeiteten Gesetzentwurf für einen bundesweiten Kohleausstieg in seiner Haltung bestätigt gefühlt hatte, dass eine Abschaltung des Meilers im Münchner Norden bis 2022 verfrüht sei. In dem Papier der Umweltorganisation ist ein Ausstiegsszenario mit festen Abschaltterminen enthalten. Die vergleichsweise kleine, mit Steinkohle betriebene Anlage der Münchner Stadtwerke taucht dabei in einer Kategorie auf, deren Stilllegung erst für nach 2026 vorgesehen wäre. Wobei Smid betont, dass damit keineswegs eine Mindestlaufzeit gemeint sei. Die Stadtwerke sehen weiter keinen grundsätzlichen Dissens mit Greenpeace. Man sei auch für einen bundesweiten Kohle-Ausstiegsplan nach ökologischen Kriterien. Auch die Stadtwerke wollten, dass alle regionalen Kapazitäten für erneuerbare Energie genutzt werden, um die fossile Anlage zu ersetzen. Die seien in München mit der Geothermie auch vorhanden - nur benötige man mehr Zeit als bis 2022.