Cucina Corleone Eine wahre Freude für Auge und Gaumen

Aufmerksamer Service, der auch Späße und flapsige Nachfragen charmant kontert: Im Cucina Corleone fühlt man sich sofort wohl.

(Foto: Robert Haas)

Im Cucina Corleone in Schwabing kann man üppig und ganz hervorragend essen - selbst einfache Beilagen werden kreativ zubereitet.

Von Tina von Norden

Beim Namen dieses Lokals in bester Altschwabinger Lage muss Tina von Norden unweigerlich an den Paten denken. Ist das Cucina Corleone das kulinarische Hinterzimmer der Münchner Sektion der Mafia? Oder ist der Name lediglich eine Referenz an die sizilianische Heimat des Betreibers? Der stammt aber gar nicht aus Italien, sondern wurde in Afghanistan geboren.

Betritt man das Ecklokal, weht einem sogleich ein Hauch des Filmepos entgegen. Hier findet sich eine stimmige Mischung aus lustigen, stylishen und gemütlichen Elementen - hängende Dosentomaten-Dosen als Leuchten, Brooklyn-Backstein an den Wänden und gemütliche Chesterfield-Sofas im Hauptraum. Wir fühlen uns wohl.

Aber wir sind ja vor allem zum Essen da. Und, um es vorweg zu nehmen: Wir haben hervorragend gegessen. Ob es bei den Vorspeisen das Thunfisch-Tatar (13,80 Euro) war, das mit Sojasoße und Granatapfel eine eigene gelungene Note erhielt. Auch vom Klassiker Vitello Tonnato (11,80 Euro) oder dem üppigen Insalata Scampi Avocado (17,80 Euro) waren wir begeistert. Sogar ein simpler Tomatensalat (6,80 Euro) kommt hier kreativ, mit gelb-roten Tomaten und viel frischem Basilikum farblich aufgepeppt, an den Tisch. Alles war frisch, mutig gewürzt und großartig angerichtet. Lediglich bei den Tagliatelle Scampi (16,80 Euro) empfanden wir den Krustentierfond als blass, auch wenn uns die Scampi ob ihrer Knackigkeit freuten.

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Bei den Hauptspeisen kam der Pulpo (23,80 Euro) ein bisschen zu bissfest, aber in einer Kombination mit knackig-gebratenen Spargelschnitzen sowie ebenfalls knackigen Spinatblättern war er einfach köstlich. Der Thunfisch (27,80 Euro), den Tina von Norden an einem anderen Tag wählte, war auf den Punkt gebraten, innen schön roh und rot, das dazu servierte Gemüse mit Spargel und Champignons kräftig gebraten, aber nicht zu stark gewürzt, sodass der Fisch zur würdigen Geltung kam. Das Filet vom Alpenrind (27,80 Euro) war auf Champignons und Gemüse gebettet und wurde von einem kräftigem Jus umspielt.

Wir waren sehr gespannt auf die Garstufe, nach der wir nämlich gar nicht gefragt worden waren. Zu unserem Glück kam das Filet so, wie wir es uns wünschten: medium-rare. Die fehlende Frage war die einzige Nachlässigkeit der uns wunderbar beratenden Bedienung. Über mehrere Besuche hinweg hatten wir stets einen unprätentiösen, aber aufmerksamen Service, der auch Späße und flapsige Nachfragen charmant konterte.

Neben Fleisch, Fisch und Pasta müssen unbedingt die Pizzen im Cucina Corleone erwähnt werden. Sie sind opulent und wiederum optisch eine wahre Freude - und stehen der übrigen Küche in nichts nach. Die Pizza Tatar di Tonno (15,80 Euro) beispielsweise ist mit genau der richtigen Menge hervorragenden frischen Thunfischs belegt. Die Rucolablätter sind hier wirklich nur Beiwerk und täuschen nicht über fehlenden Belag hinweg. Die Böden sind so, wie Pizzaboden sein muss: dünn, etwas crisp und dabei doch auch saftig.

Die Weinkarte ist nicht sonderlich üppig, aber wohl sortiert. Bei den offenen Weinen probierten wir einen Weißburgunder von Dreissigacker (0,1 für 4,30 Euro) und einen Lugana (4,40 Euro), beide geschmacklich fein, auch wenn es uns noch mehr freuen würde, wenn auch ein paar jüngere Jahrgänge als 2016 auf die Karte fänden.

Apropos Jahrgang: Ein erster Besuch im Cucina Corleone fand an einem Montag statt und ihn verbrachten wir in äußerst ruhiger Atmosphäre. Ein anderes Mal waren wir an einem Freitagabend hier - und mussten des eigenen Alters gewahr werden, denn im Laufe der Stunden füllte sich das Restaurant bis zum letzten Platz mit deutlich jüngeren Gästen, es herrschte nahezu Partyatmosphäre.

In guter Stimmung entlässt uns dieses Lokal aber jedes Mal. Nach dem ersten Besuch gingen wir Richtung Münchner Freiheit, blieben nach ein paar Schritten stehen, schauten uns gegenseitig an und sagten: Toll war's.