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Konzertsaal:Post erwägt Umzug von München nach Germering

Einst wurden hier Postzüge entladen. Jetzt werden in der Gleishalle Briefe weitgehend automatisch sortiert. Der Saal käme auch als Kulturzentrum infrage.

(Foto: Stephan Rumpf)

Ein neues Briefverteilzentrum außerhalb der Stadt sei "betrieblich realisierbar". In Neuhausen wäre dann Platz für die geplante Philharmonie.

Die Deutsche Post hat Überlegungen bestätigt, ihr Briefverteilzentrum aus der Paketposthalle an der Friedenheimer Brücke nach Germering zu verlagern. "Wir haben die Möglichkeiten des Ersatzgeländes geprüft und schätzen einen Umzug als grundsätzlich betrieblich realisierbar ein", teilte der Konzern am Donnerstag mit. Von den Grundbesitzern gebe es bereits eine Zusage, das Areal zu verkaufen. Es liegt verkehrsgünstig an der Bundesstraße 2 nahe der A 99-Anschlussstelle Germering-Nord. "Entsprechende Rahmenbedingungen und Verträge sind mit der Verkäuferseite verhandelt - vorbehaltlich der weiteren Entscheidung der Staatsregierung zum Thema Paketposthalle", erklärte die Post.

Investoren stellen neue Arbeitsplätze in Aussicht

Der Konzern verhandelt derzeit mit einer Investorengruppe rund um den Münchner Anwalt Josef Nachmann über einen Verkauf der denkmalgeschützten Halle in Neuhausen, in die mehrere Konzertsäle und Musikräume gebaut werden könnten. Am kommenden Dienstag wird die Staatsregierung entscheiden, ob das Projekt realisiert oder aber eine neue Philharmonie im Werksviertel am Ostbahnhof gebaut werden soll.

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Den Protest der Gewerkschaft Verdi fürchtet der Konzern offenbar nicht. Betriebsrat und Gewerkschafter hatten für den Bau eines Konzertsaals im Werksviertel plädiert, weil ein Umzug des Briefverteilzentrums nach Germering weder Mitarbeitern noch Postkunden zumutbar sei. Zumindest für die Mitarbeiter sieht die Deutsche Post aber keine Nachteile: "Tarifvertragliche Regelungen sehen im Falle eines Umzugs die Erstattung von Fahrmehrkosten und auch einen Ausgleich für den zeitlichen Mehraufwand und die erhöhte Belastung vor."

Die Investorengruppe stellt zudem neue Arbeitsplätze in Neuhausen in Aussicht, sollte ihr Konzept einer "Musikstadt", inklusive Gastronomie und Hotellerie verwirklicht werden. Der Zuschlag durch die Staatsregierung ist dennoch fraglich, weil Finanzexperten deutliche Mehrkosten gegenüber einem Projekt im Werksviertel fürchten.

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