Konzert im TheatronLieber gemeinsam rappen

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LeoLex (links) schreibt leicht über schwere Themen. La Lucía rappt auf Deutsch und Spanisch.
LeoLex (links) schreibt leicht über schwere Themen. La Lucía rappt auf Deutsch und Spanisch. (Foto: La Lucia / LeoLex)

Reime mit Botschaft: Am 2. August stehen LeoLex und La Lucía der Rap-Crew C’est La Nuit zusammen auf der Theatronbühne im Olympiapark.

Von Sandra Langmann

Rapper und Rapperinnen stehen gern allein auf der Bühne und machen ihr eigenes Ding, oder? Nicht, wenn man sich zusammenschließt und gemeinsam an Projekten feilt, so wie es die Münchner Rap-Crew C’est La Nuit tut. LeoLex und La Lucía gehören zu dieser Crew und treten gemeinsam am 2. August beim Theatron Musiksommer auf – und bringen gesellschaftskritische Themen auf die Seebühne.

Zusammen geht um einiges mehr als allein. Die Rap-Crew ist ein Sinnbild dessen, was Gemeinschaft in der Hip-Hop-Szene ausmacht. C’est La Nuit – dazu gehören unter anderem die Rapper L One und Freakin Freddy – versteht sich als Kollektiv, dessen Texte vorwiegend persönlich, ehrlich und gesellschaftskritisch sind. LeoLex, der eigentlich Leo Kalbfell heißt, ist von Anfang an dabei, als sich die Crew noch All The People (ATP) nannte. Dann wurde es Anfang 2023 nach dem ersten Mixtape „C’est La Vie oder was?“ umbenannt.

Seitdem wird zusammen Musik produziert, wie mit Freundinnen und Freunden. Deklariert als Conscious Rap geht es um Inhalte, die politisch und/oder sozialkritisch sind. LeoLex entpuppt sich als Texter, der starke und treffende Worte findet, stilistisch gehört er zur Golden-Era-Boom-Bap mit roher, sample-basierter Soundästhetik. Ob solo oder gemeinschaftlich, LeoLex ist bei vielen Projekten am Start, 2024 entstand mit Freakin Freddy das Album „Viele große Worte“.

So geht es um die „Leistungsgesellschaft, die ihre Feinde zu Geld macht“, wie es im Track „Unerwartet“ heißt. Es geht um Gentrifizierung, den Leistungsdruck, den es in einer wohlhabenden Großstadt gibt, wobei man sich eigentlich nur nach einer Gemeinschaft und Solidarität sehnt. Die Themen sind schwer, melancholisch und kommen düster daher, trotzdem findet die Crew mit Gespür und Beats Leichtigkeit reinzubringen. Produziert werden Tracks und Alben unter dem eigenen Label Fastforward, das parallel zu C’est La Nuit gegründet wurde und als ein gemeinschaftliches Projekt daherkommt – zusammen versteht sich. Dadurch können Solo- und Kollab-Projekte eigenständig veröffentlicht werden.

Frauen sind in der Rap-Szene noch immer unterrepräsentiert, bei Fastforward und C’est La Nuit sieht das anders aus. Die Münchnerin Andrea Lucía Maurer, bekannt als La Lucía, war auch schon Teil der ATP-Crew, aus der ihr bekannter Track „La Luna La Mama“ mit starker Hook und eingängigen Beats hervorging. Mit Fastforward veröffentlichte sie einige Singles, EPs sowie 2024 ihr Album „Lombriz“ gemeinsam mit Mona Mi.

La Lucía rappt, wie sie aufgewachsen ist: zweisprachig auf Deutsch und in ihrer Muttersprache Spanisch. In der Sprache, in der sie sich geborgen fühlt und ausdrücken kann. Daher wird’s in ihren Texten persönlich. Es gibt Kritik am Patriarchat, an der Gesellschaft allgemein und dazu mischen sich Sehnsüchte und Gedanken über Utopie, Liebe, Selbstliebe. Themen, mit denen sie genau ins Kollektiv und zum Label passt. Auch die Rapperin Zora veröffentlicht regelmäßig mit Fastforward, 2024 erschien ihr Album „Hellwach“.

Mit LeoLex und La Lucía stehen auch Mona Mi und DJ xoxo Sasha auf der Theatronbühne im Olympiapark. Ein spannender Mix, der bei freiem Eintritt allen zugänglich ist.

La Lucía & LeoLex, DJ: Mona Mi und xoxoSasha, Samstag, 2. August, Theatron Musiksommer, Olympiapark. Alle Infos: www.theatron.net

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