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Sondierungsgespräch:Ernsthaft interessiert

Podiumsdiskussion der OB-Kandidaten zur anstehenden Bürgermeisterwahl in München, 2020

Kristina Frank und Katrin Habenschaden bei einer Podiumsdiskussion im Wahlkampf.

(Foto: Florian Peljak)

CSU und Grüne sprechen von einem konstruktiven ersten Treffen

Die Suche nach dem neuen Regierungsbündnis hat am Mittwochnachmittag im Kleinen Sitzungssaal des Rathauses begonnen, die Grünen und die CSU trafen sich zu einem ersten Sondierungsgespräch. Die Sitzordnung war geprägt von der Corona-Krise, zwischen allen Verhandlern blieben Plätze frei. Beide Parteien haben die erste Riege geschickt, bei den Grünen erschienen die beiden Stadtvorsitzenden Gülseren Demirel und Dominik Krause sowie die beiden Fraktionschefs Katrin Habenschaden und Florian Roth. Für die CSU sprachen Stadtchef Ludwig Spaenle, seine Stellvertreter Georg Eisenreich und Kristina Frank sowie Bürgermeister und Fraktionschef Manuel Pretzl.

So berichten es Teilnehmer, und zumindest für die CSU passte die Aufteilung im Saal zur gefühlten Gesprächsatmosphäre. Man saß sich nicht in zwei Vierer-Teams frontal gegenüber, sondern harmonisch in einer Runde. "Ein konstruktives, gutes Klima" hat Kristina Frank gespürt. Bürgermeister Pretzl fand inhaltlich das Gespräch "sehr, sehr konstruktiv". Besprochen wurden vier große Themen der Stadtpolitik: Wohnen und Mieten, Verkehr, Klimaschutz und Digitalisierung. Es habe "Verbindendes und Trennendes" gegeben, sagte Pretzl, aber aus seiner Sicht "nichts Unüberwindbares". Dazu habe man auch über die Folgen der Corona-Krise für die Stadt gesprochen.

Auch die Grünen zeigten sich zufrieden mit dem Verlauf des Schnupper-Nachmittags. Sehr sachlich und angenehm sei alles abgelaufen, berichtete Stadtchef Dominik Krause. In einigen Dingen sei man sich einig gewesen, in anderen wiederum nicht. Politischer Alltag eben. Klar sei gewesen: Man habe sehr ernsthaft über die wichtigsten Themen gesprochen, es habe sich nicht um eine Showveranstaltung gehandelt.

Am Freitag werden die Grünen mit der SPD sprechen und danach auch der CSU Bescheid geben, mit wem sie tiefer in die Verhandlungen einsteigen wollen. Bislang sei es zu früh, um über den Einstieg in die nächste Stufe - echte Bündnisverhandlungen - zu entscheiden, so Krause. Man befinde sich weiter im Sondierungsstadium. Erst nach dem Kontakt mit der SPD könne man eruieren, welche Gesprächsrunde erfolgversprechend sei. Die CSU jedenfalls hatte nicht den Eindruck, dass dieses erste Gespräch nur dazu dienen sollte, den Preis für die SPD hochzutreiben. "Und von unserer Seite gibt es ehrliches Interesse", sagte Pretzl.

Die Grünen hatten in ihrer neuen Rolle als stärkste Stadtratsfraktion nach der OB-Stichwahl die Initiative für Bündnisgespräche ergriffen.

© SZ vom 02.04.2020 / heff, dh

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