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Kommunalwahl:Jedem seine Umfrage

Josef Schmid bei CSU Listenaufstellung für Kommunalwahl in München, 2013

OB-Kandidat Josef Schmid von der CSU.

(Foto: Stephan Rumpf)

Überrumpelt von der SPD hat auch die CSU eine Wahlumfrage präsentiert. Die sieht natürlich ganz anders aus. Aber ganz egal, wer bei der OB-Wahl die Nase vorn hat - im neuen Stadtrat könnte es nach beiden Prognosen zu unübersichtlichen Mehrheitsverhältnissen kommen.

Von Christian Krügel und Silke Lode

Die Botschaften, die SPD und CSU an ihre Umfragen zur Kommunalwahl knüpfen, könnten kaum unterschiedlicher sein: Während die SPD ihren Mann Dieter Reiter klar vorn sieht und Parteichef Hans-Ulrich Pfaffmann sogar glaubt, dass eine Stichwahl vermeidbar ist, spricht die CSU von einem Kopf-an-Kopf-Rennen. "Wir gehen von einer Stichwahl aus", sagt CSU-Chef Ludwig Spaenle.

Die beiden großen Parteien haben für ihre Prognosen allerdings sehr unterschiedliche Grundlagen: In der CSU-Umfrage kommt Josef Schmid auf 31 Prozent der Stimmen, Reiter liegt nur einen Punkt vorn. Die SPD-Zahlen sehen Reiter hingegen mit 43 Prozent neun Punkte vor Schmid.

Von den üblichen Schwankungen abgesehen kann die Erklärung zum einen in den unterschiedlichen Fragestellungen liegen: Während die SPD neben Schmid, Reiter und Sabine Nallinger (Grüne) noch nach dem Ergebnis für Michael Mattar (FDP) fragte, hat die CSU sich für Brigitte Wolf (Linke) als vierte in der Runde entschieden.

Die Option "ohne Mattar" bringt eher Schmid Vorteile, von der Variante "ohne Wolf" dürfte wohl Reiter profitieren. Zum anderen hat die SPD bei ihrer OB-Frage diejenigen herausgerechnet, die keine Wahlangabe gemacht haben - bei der CSU macht dieser Block samt den "Sonstigen" immerhin 23 Prozentpunkte aus.

Fast noch spannender sind die Zahlen zur Stadtratswahl. Auch die SPD hat Werte erhoben, Pfaffmann verrät aber nur, dass die SPD fünf bis sieben Prozentpunkte hinter ihrem Ergebnis von 2008 (39,8 Prozent) liege. Schon damals hatte die SPD zwei Sitze verloren. Laut der CSU-Umfrage könnte der Absturz noch tiefer werden: Sie kommt auf 26 Prozentpunkt für die SPD-Fraktion, die CSU liegt mit 34 Punkten klar vorn. Wenn die Grünen tatsächlich 12 Prozentpunkte bekommen, würde Rot-Grün die Mehrheit im Rathaus verlieren.

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