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Kommunalwahl in Trudering/Riem:Zünglein an der Waage

Die SPD verliert, kann sich aber ihren Partner aussuchen

Die CSU bleibt stärkste Kraft im Bezirksausschuss (BA) Trudering-Riem. Gleichwohl verlor sie wie die SPD Wählerstimmen. 30,8 Prozent der Stimmen holten die Grünen. Damit stellen sie nun zehn statt vormals fünf BA-Mitglieder. Nur einen Sitz mehr hat die CSU, die 36,5 Prozent erreichte.

Für Grünen-Fraktionssprecher Herbert Danner liegt auf der Hand, woher der Erfolg kommt: "Seit über 30 Jahren machen wir konsequent gute, zuverlässige und ökologische Stadtteilpolitik." Dieser Einsatz habe sich ausgezahlt. Ein nicht unwesentlicher Punkt sei zudem, dass die Messestadt in den vergangenen Jahren kontinuierlich gewachsen sei. Dort wähle man vorrangig grün.

CSU-Sprecherin Magdalena Miehle dagegen hält das Ergebnis für "faktisch konform mit dem München-Ergebnis". Soll heißen: Grün liege derzeit eben im Trend. "An der Arbeit der CSU lag es gewiss nicht", sagt Miehle. Trotz 9,5 Prozentpunkten Verlust, zeigt sich SPD-Sprecherin Maren Brünjes-Salzmann gelassen: "Wir haben immer noch Fraktionsstärke." Frustrierend sei das Ergebnis von 18,1 Prozent schon, das müsse man aber wegstecken. "Wenn man so lange dabei ist, kennt man das Auf und Ab", erklärt Maren Brünjes-Salzmann. Für sie steht fest, dass sie den Fraktionsvorsitz in jüngere Hände legen wird.

Spannend wird die konstituierende Sitzung des BA. Denn wie die Ökopartei sind die Christdemokraten in dem 31-köpfigen Gremium auf ein Bündnis mit der SPD angewiesen. Ein Zusammenschluss der Sozialdemokraten mit der CSU wäre in Trudering-Riem nicht neu. Schon in der vergangenen Legislaturperiode habe sich das bewährt, so Magdalena Miehle. Die vergangenen sechs Jahre stellte ihre Partei mit Otto Steinberger den Vorsitzenden des Gremiums. Miehle konstatiert: "Jetzt kommt es halt darauf an, für wen sich die SPD entscheidet." Derzeit führen die Sozialdemokraten Gespräche.

© SZ vom 07.04.2020

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