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Kommunalwahl in Planegg:Philipp Pollems tritt an

Philipp Pollems bewirbt sich ohne FDP-Parteibuch für die Liberalen um das Amt des Bürgermeisters.

(Foto: Privat)

Der Unternehmer wurde einstimmig für die Bürgermeisterwahl nominiert

Von Rainer Rutz, Planegg

Mit einem Paukenschlag wartete die FDP am Dienstagabend bei ihrer Aufstellungsversammlung zur Kommunalwahl im kommenden März auf: Nicht Gemeinderat Peter von Schall-Riaucour wurde zum Bürgermeister-Kandidaten gewählt, wie alle erwartet hatten, sondern der Planegger Unternehmer Philipp Pollems, der alle 16 Stimmen der FDP-Mitglieder erhielt. Schall-Riaucour hatte zuvor in einer emotionalen Rede seinen Verzicht auf die Kandidatur unter anderem damit begründet, der kürzliche Tod seiner Mutter habe ihn "aus der Bahn geworfen und viel Energie gekostet". Er wolle aber Gemeinderat bleiben.

Der 53-jährige Philipp Pollems ist auf der politischen Bühne ein Neuling. Er lebt seit 1971 in Planegg, ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder. Der Wirtschaftswissenschaftler war viel in der Welt unterwegs und ist seit zwei Jahren Geschäftsführer eines von ihm selbst gegründeten Unternehmens im Dienstleistungssektor in Gräfelfing mit 110 Mitarbeitern. Seiner Gemeinde Planegg, sagte Pollems bei seiner Vorstellungsrede im Planegger Weinkeller, sei er stets "sehr verbunden", lange Jahre war er auch Vorstandsmitglied bei der DJK Planegg. Er bezeichnet sich als "sehr naturverbunden" und lebt mit seiner Familie und acht Bienenvölkern, 13 Wellensittichen, einem Papagei und einem Schweizer Schäferhund in seinem Planegger Haus. Er ist Gründungsmitglied der neuen Ortsgruppe Würmtal des Bund Naturschutz und hat sich in den letzten Wochen aktiv im Kampf gegen einen Kiesabbau auf der Planegger Dickwiese engagiert.

Pollems, der wie Schall-Riaucour kein FDP-Mitglied ist, glaubt, "dass es an der Zeit ist, die Frage zu beantworten, wie wir eigentlich leben wollen" - angesichts der Verwerfungen in der Welt. Dies gelte im Besonderen auch im kleinen Bereich einer Kommune, "wo es keine Dogmen geben sollte". Ein Bürgermeister werde dafür bezahlt, "in die Zukunft zu denken: Hierbei sollte die Sachebene eine große entscheidende Rolle spielen". Daran mangele es derzeit in Planegg, findet Pollems.

Wichtig sei ihm auch, "alle Argumente transparent zu machen", wobei ihm klar sei, "dass man es nicht allen Recht machen kann". Schwerpunkte will die Planegger FDP in der Umweltpolitik setzen, beim Wohnen, Verkehr, den Finanzen, Bürgernähe und dem Sozialsektor, alles unter dem Slogan: "Lebensqualität für alle." Von Schall-Riaucour, Gemeinderat Christian Haugg und Pollems streben im Wahlkampf zwei Podiumsdiskussionen mit den anderen Bürgermeisterkandidaten an.

Die Liste führt der derzeit schwer erkrankte Fritz Haugg an, gefolgt von Peter von Schall-Riaucour, Christian Haugg, Philipp Pollems, Ester Läßiger, Wolfgang Cebulla, Rupert Nebauer, Berd Läßiger, Sabine Haugg (früher bei den Grünen), Michael Schwartz, Klaus Wüst, Monica Dietz, Alejandro Jiminez-Quesada Vised, Suzanne Schwartz und Petra Löhlein-Pollems. Dass er als Bürgermeister-Kandidat nur den vierten Listenplatz innehat, sieht Pollems nicht als Problem, er begründet dies "mit meinem hohen Respekt vor der Arbeit der Gemeinderatskollegen".

© SZ vom 12.12.2019

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