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Kommunalwahl in Planegg:Ein Tunnel für Planegg

Cornelia David Bürgermeisterkandidatin Planegg FW Freie Wähler

Will ein heißes Eisen anpacken: die Bürgermeisterkandidatin der Freien Wähler Cornelia David.

(Foto: Privat)

Freie Wähler wollen die Germeringer Straße in eine Röhre legen

Von Rainer Rutz, Planegg

Vier Wochen vor der Kommunalwahl am 15. März warten Planeggs Freie Wähler und ihre Bürgermeister-Kandidatin Cornelia David mit einer Überraschung auf: Im Gespräch mit der SZ erklärte David, sie wolle sich für den Bau eines Tunnels im Verlauf der Germeringer Straße einsetzen. Konkret streben die Freien Wähler dazu eine Machbarkeitsstudie an. Der Tunnel soll vom Ortsbeginn an der Urologischen Klinik bis zum Ortsende am Gymnasium gehen - eine fast zwei Kilometer lange Strecke.

An das heiße Thema hat sich bisher kein politischer Akteur getraut. Umso bedeutsamer ist die Ankündigung Davids, das Thema anzupacken. Die 59-jährige Ärztin bezeichnet den Zustand der jetzigen Germeringer Straße als "Gefährdung unserer Gesundheit". Als Ärztin könne sie dies gut beurteilen. Mehr als 20 000 Autos und Lastwagen fahren täglich mitten durch den Ort und durch ein begehrtes Wohngebiet - "darunter unendlich viele Lkw". "Und es werden immer mehr", sagt David und verweist auf die vielen Baugebiete in Nachbarkommunen, vor allem aber auf den Ausbau von Freiham: "Mit Gondeln kann man keinen Lkw transportieren", meint sie und spricht dabei einen immer wieder vorgebrachten Vorschlag an, den Individualverkehr zu entzerren: "Ein Tunnel würde auch die Pasinger Straße entlasten", meint sie, und er könne letztlich "auch einen Südring verhindern". David will auch mit den Nachbarn, etwa der Gemeinde Neuried, über das Projekt sprechen. Dass ein Tunnel nicht von heute auf morgen zu verwirklichen wäre, ist ihr klar: "Das ist ein Projekt für die nächste Generation." Mit Verweis auf die Starnberger, die jetzt nach vielen Jahren der Diskussion ihren Tunnel bekommen, hält sie das Projekt aber für durchaus realistisch.

Beim Dauerthema Wohnen wollen sich David und die Freien Wähler für ein sozialverträgliches Modell am S-Bahnhof einsetzen. Über eine Bebauung des nördlichen Teils - rund 6000 Quadratmeter - ist noch nicht im Detail entschieden. David kann sich ein Modell mit einer kommunalen Wohnungsbaugesellschaft vorstellen, denkt dabei auch an die Gemeindewohnbau in Gräfelfing: "Die haben noch Kapazitäten frei", weiß sie nach Gesprächen mit dem Geschäftsführer. Eine Alternative könnte auch ein städtebaulicher Vertrag mit einem Investor sein: "Das muss aber passgenau stimmen." Die Gemeinde müsse Vorgaben machen und dem Projektanten mehr Baurecht zugestehen. Im Gegenzug könnte der einen Teil der Mietwohnungen preiswerter bauen. Ein ähnliches Modell gibt es bereits an der Pasinger Straße.

Ein dritter Schwerpunkt der Freien Wähler ist die Forderung nach einer Begegnungsstätte und einem Bürgerbüro in Martinsried. Den Platz dafür habe sie schon, verrät David, "und die Pläne auch". Ein entsprechender Antrag werde demnächst im Gemeinderat behandelt.

© SZ vom 19.02.2020

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