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Kommunalwahl in München:ÖDP und FPD stellen Kampagnen vor

Die eine Partei wirbt mit Fahrrad und Biene und will "viertstärkste Fraktion werden" - die Liberalen wollen den Fortschrittsgedanken ins Zentrum stellen

Lässig gehört gar nicht zu den drei Haupteigenschaften, mit denen die ÖDP bei der Kommunalwahl punkten will. "Jung, frisch, menschlich" solle seine Partei rüberkommen, sagt der Stadtvorsitzende Thomas Prudlo. Doch bevor er die Wahlkampagne der ÖDP vorstellen kann, muss er Fragen zur historischen Skigondel im Eck, zum Tischkicker und zu den hippen Agenturräumen allgemein beantworten, in denen seine Partei ihre Ideen und Plakate präsentiert. Man sei in diesem Hinterhof im Bahnhofsviertel nur Untermieter, erklärt er, und kann mit der Begründung gleich überleiten zum Thema. Denn in diesen Räumen ist auch die Kampagne für das Rettet-die-Bienen-Volksbegehren gesteuert worden. Die ÖDP als eine der Hauptorganisatorinnen sieht sich als Meisterin der Bürgerabstimmungen, und mit diesen Erfolgen will sie am 15. März 2020 mehr Wähler anziehen als bisher. "Wir wollen viertstärkste Fraktion werden", sagt Prudlo.

Damit die Münchner erkennen, was die ÖDP mit ihren Entscheiden bewirkt hat, zieren alle Plakate unter dem orangefarbenen Logo ein Fahrrad und eine Biene. Fünf Motive werden darüber im Wechsel platziert: der Klimaschutz, der Verzicht auf Firmenspenden und drei Forderungen zum Leben in der wachsenden Stadt. "Mehr Räume für Bäume!" steht zum Beispiel auf einem Plakat, das einen Buben in den Ästen eines Baumes sitzend zeigt. Die ÖDP gehört zu den Parteien, die das Wachstum kritisch sieht und deshalb keine weiteren Gewerbeflächen ausweisen möchte. Dazu gibt es für jeden Stadtteil einen Spitzenkandidaten, der groß im Porträt und mit eigener Botschaft für sich und die ÖDP werben soll. "Wir wollen nach der Wahl der Königsmacher sein", sagt Prudlo. Hauptkonkurrent hierbei sei die FDP.

Die Liberalen stellten ihre Kampagne kurz vor Weihnachten vor. Sie wollen den Fortschrittsgedanken ins Zentrum ihrer Politik stellen. "Zukunft für München" lautet der omnipräsente Slogan dazu. "Unsere Stadt braucht kein ,Weiter So', kein Zurück in die Vergangenheit und kein einseitiges Denken, egal in welchem Politikbereich. Was wir brauchen, ist eine Aufbruchsstimmung und einen klaren Gestaltungswillen in der Stadtpolitik", sagte Spitzenkandidat Jörg Hoffmann. Besonders gilt das laut FDP-Mitteilung beim Verkehr und bei der Digitalisierung. Die Plakate dazu sind luftig und mit kräftigen Farben gestaltet.

© SZ vom 28.12.2019 / heff

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