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Kommunalwahl im Landkreis München:Vertrauensbeweis für Christoph Göbel

Hochverdient: Landrat Christoph Göbel lässt sich von Frau Ochmaa beglückwünschen.

(Foto: Claus Schunk)

Der Landrat von der CSU hält seinen grünen Herausforderer auf Abstand

Es war zu erwarten: Der amtierende CSU-Landrat Christoph Göbel hat die Stichwahl klar für sich entschieden. Wie vor sechs Jahren auch, damals gegen die SPD-Bewerberin Annette Ganssmüller-Maluche, setzte er sich erneut gegen die Konkurrenz, diesmal Christoph Nadler von den Grünen, durch. Diesmal nun mit noch deutlicherem Abstand. Göbel legte im Vergleich zu 2014 um knapp zehn Prozent zu und kommt nach vorläufigem Ergebnis auf rund 64 Prozent. Nadler erhielt nach Auszählung von 223 von 240 Stimmbezirke (Stand: Sonntag, 22 Uhr) 36 Prozent.

In einer ersten Reaktion sagte Göbel, er freue sich über den "tollen Vertrauensbeweis, der zeigt, dass die Leute respektieren, was und wie ich es mache". Der Landkreis brauche als Ganzes jetzt Kontinuität, dies gelte im Angesicht der Corona-Krise und der drohenden wirtschaftlichen Folgen, die auch und gerade für den Landkreis München drohten, aber auch für die "großen Herausforderungen", vor der die Wachstumsregion ohnehin stehe. Er sei sehr zuversichtlich, dass der neu gewählte Kreistag mit deutlich stärkeren Grünen als bisher auch in Zukunft konstruktiv und zukunftsorientiert zusammenarbeiten werde. "Wir brauchen einen sehr starken Kompass", so der Landrat.

Die ausgestreckte Hand Göbels ergriff Nadler in einer ersten Reaktion sofort. Er habe dem Amtsinhaber zu seiner Wiederwahl bereits gratuliert und ihm auch die Zusammenarbeit im Kreistag angeboten. Mit seinem persönlichen Ergebnis sei er "sehr zufrieden", sagte der Taufkirchner. "Ich habe jetzt 15 Monate lang geackert und bin auf der grünen Welle gesurft. Aber jetzt ist es auch gut, dass es vorbei ist."

Im künftigen Kreistag gelte es nun, die neu gewonnene Stärke von 19 statt bisher elf Mandaten auch spürbar in politische Entscheidungen einfließen zu lassen. Einfacher "Mehrheitsbeschaffer der CSU" würden die Grünen als zweitstärkste Kraft daher nicht sein, so Nadler.

In den Würmtal-Gemeinden schnitt der Gräfelfinger Göbel nicht überall gleich gut ab. In Neuried, wo am Sonntag nur der Landrat zur Wahl gestanden hatte, gaben ihm nur 54,8 Prozent der Wähler ihre Stimmen (insgesamt 2192), Christoph Nadler (Grüne) erhielt 45,2 Prozent (und 1807 Stimmen). Dafür vertrauten 68,7 Prozent der Planegger (3661 Stimmen) dem Amtsinhaber von der CSU, seinem grünen Herausforderer blieben nur 31,1 Prozent (1654). Dass die Gräfelfinger ihrem ehemaligen Bürgermeister zu einem Traumergebnis verhelfen würden, war dagegen ohnehin klar: Die 73,3 Prozent (5466 Stimmen) für Christoph Göbel gegenüber nur 26,7 Prozent (1994) für Christoph Nadler sind allenfalls in ihrer Deutlichkeit eine Überraschung.

© SZ vom 30.03.2020 / müh, tek

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