Wiesn Totale Sicherheit auf dem Oktoberfest bleibt eine Illusion

Vor allem am Wochenende kann es voll werden auf dem Oktoberfest - den Planern macht das Sorgen.

(Foto: dpa)

Taschen- und Zugangskontrollen sind sinnvoll, aber dass man sie durchhalten kann, ist schwer vorstellbar.

Kommentar von Franz Kotteder

"Schau' an", könnte man über Edi Reinbold, den Wirt des Schützenzelts, sagen, "da hat er aber noch mal Glück gehabt, dass sein neues Zelt schon 2015 fertig geworden ist." Vor einem Jahr war es für die Stadt noch kein Problem, dass dort jetzt 1000 Leute mehr reinpassen.

Inzwischen sieht das ganz anders aus: Kein einziger zusätzlicher Platz soll in Zukunft noch genehmigt werden, aus Gründen der Sicherheit, und weil bei Hochbetrieb schon jetzt viel zu wenig Platz für die Evakuierung von Zelten und für Rettungsfahrzeuge vorhanden ist. Man nimmt das gerade noch hin, weil das eben nur bei Hochbetrieb so ist. Aber über den Daumen gepeilt besteht diese Situation an den vier besucherstärksten Tagen jeweils etwa fünf Stunden lang.

Auf dem Oktoberfest soll es erstmals Zugangskontrollen geben

Rucksäcke sind tabu, Zelte öffnen später - damit soll die Wiesn sicherer werden. Im Notfall wird das ganze Festgelände mit einem zwei Meter hohen Zaun abgesperrt. Von Franz Kotteder mehr ...

Das ist andererseits aber ganz schön lange. Insofern wird sicher niemand etwas dagegen haben, dass die Stadt nun zu teilweise recht rigorosen Maßnahmen greift, um die Wiesn sicherer zu machen. Taschen- und Zugangskontrollen sind sinnvoll, wenn man sie denn durchhalten kann. Sie sind aber auch an normalen Wiesntagen schon am U-Bahnhof Theresienwiese schwer vorstellbar. Und ob sich das Festgelände mit mobilen Zäunen absperren lässt, wenn wirklich großer Andrang herrscht, kann man auch bezweifeln.

Letztlich läuft es trotz aller Bemühungen wieder auf die Binsenweisheit hinaus: Totale Sicherheit gibt es nicht. Und mit fadenscheinigen Kompromissen wird man auch auf dem Oktoberfest leben müssen.

Würde die Stadt ihre neuesten Erkenntnisse ernst nehmen, so müsste sie ja doch Platz schaffen für die mögliche Räumung von Zelten, müsste den Zugang an den Wochenenden noch stärker begrenzen. Oder müsste sich auch fragen lassen, warum 1000 Plätze mehr in einem Zelt vor einem Jahr noch sicher waren, es heute aber nicht mehr sind. Die Antwort ist einfach: Eine rundum sichere Wiesn wäre vielleicht schon noch eine Art Volksfest. Aber sie wäre bestimmt nicht mehr die Wiesn, wie man sie kennt.