Kolumne Briefe und Lehrer vermisst

An manchen Schulen hat man den Eindruck, es fallen mehr Unterrichtsstunden aus, als gehalten werden. Auch Frau Hohlmeier hat erkannt, dass da was im Argen ist. Aber wo, zum Kuckuck, versteckt sie nur die Lehrer?

Von Von Violetta Simon

Es gibt Menschen, die sind einfach nicht belastbar. Sobald sie unter Druck geraten, tun sie die blödesten Dinge.

Ein Postbote aus München hat jahrelang Briefe nicht zugestellt und stattdessen zu Hause gelagert. Fast 4000 Sendungen stapelten sich in seiner Wohnung und im Keller. Als Grund gab der Mann an, er habe sich aufgrund der großen Menge der Briefe überfordert gefühlt.

Ja, wo kommen wir denn da hin? Wenn das jeder macht, nur weil ihm sein Job zu stressig ist!

Heerscharen unglücklicher Kinder würden auf den leeren Gabentisch starren, weil der Weihnachtsmann keine Lust hat, Geschenke auszufahren. All die herrenlosen Pakete würden sich in der Gemeinschaftsküche stapeln, wo er mit seinem WG-Kumpel, dem Christkind, Punsch trinkt und über unzumutbare Arbeitsbedingungen lamentiert.

Wenn hier jemand mit der Gesamtsituation unzufrieden sein dürfte, dann die Schüler und deren Eltern. An manchen Schulen hat man den Eindruck, es fallen mehr Unterrichtsstunden aus, als gehalten werden. Auch Frau Hohlmeier hat messerscharf erkannt, dass da was im Argen ist. Immerhin 800 Lehrer würden fehlen, ließ sie kürzlich im Arbeitskreis Schule verlauten.

Jetzt fragen wir uns natürlich: Wo sind die hingekommen?

Könnte es sich bei der Ministerin ähnlich verhalten wie bei dem gestressten Briefträger? Sie fühlt sich einfach überfordert und bunkert die Lehrkräfte deshalb im Ministerium, wo sie dasitzen und jeden Morgen auf ihren Einsatz warten - leider vergeblich. Denn Frau Hohlmeier bleibt ja bekanntlich auf ewig im Amt.