Kolumbusplatz U 1 wird wohl erst Ende der Woche wieder regulär fahren

Blick in den U-Bahn-Tunnel am Kolumbusplatz: Weil an dieser Stelle eine Weiche streikt, wird es wohl noch bis zum Ende der Woche Behinderungen geben.

(Foto: MVG)
  • Die U 1 ist wegen eines Schadens an einer Weiche am Kolumbusplatz gesperrt, der bereits vor mehr als einer Woche aufgetreten ist.
  • Die MVG geht davon aus, dass die U 1 Ende der Woche wieder wie gewohnt fährt.
  • Bislang ist noch unklar, warum genau der Schaden überhaupt auftreten konnte.
Von Marco Völklein

Seit einer Woche ärgert sich SZ-Leser Hartmut T. über die U-Bahn. Genauer: über die Probleme auf der Linie U 1. Denn T., der fast täglich aus dem Münchner Nordwesten nach Obergiesing pendelt, muss seither am Sendlinger Tor aus den Zügen der U 1 aus- und in die U-Bahnen der Linien U 2 oder U 7 umsteigen, um weiter in Richtung Mangfallplatz zu kommen.

Schuld daran ist ein Schaden an einer Weiche am Kolumbusplatz, der bereits vor mehr als einer Woche aufgetreten ist. Ihn zu beheben, dauert noch, die U 1 ist weiter gesperrt. Hartmut T. fragt inzwischen ziemlich genervt: "Wann ist denn das Durcheinander endlich vorbei?" Er wird sich, wie die vielen anderen Fahrgäste auf der Linie, noch ein paar Tage gedulden müssen. "Wir gehen im Moment davon aus, dass die U 1 Ende der Woche wieder wie gewohnt fahren kann", sagt Christian Miehling, Sprecher der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG). So sei die defekte Weiche zwar erst im Jahr 2014 komplett erneuert worden, doch handele es sich dabei "um eine Sonderkonstruktion, die aus Spezialteilen besteht".

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Das beschädigte Bauteil ist ein sogenannter Radlenker, also eine Führungsschiene innerhalb der Weichenkonstruktion, und dieser Radlenker müsse zunächst vom Weichenhersteller angefertigt werden, erläutert Miehling. "Standardersatzteile helfen hier nicht weiter."

Ursache bislang unklar

Die MVG habe den Hersteller umgehend nach dem Auftreten des Schadens damit beauftragt, das Ersatzteil herzustellen. Noch im Laufe des Montags, so Miehling, sollte es in München eintreffen. Eigentlich könnten die MVG-Techniker dann damit beginnen, das Teil in die Weichenkonstruktion am Kolumbusplatz einzubauen.

Doch nicht nur die Fahrgäste, auch die Arbeiter der MVG müssen sich gedulden: Vor Mittwoch geht laut Miehling erstmal gar nichts. Denn bis dahin "finden noch weitere Untersuchungen an der defekten Weiche statt, die auch der Ursachenforschung dienen". Die dafür nötigen Gutachter seien früher nicht verfügbar gewesen. Bislang ist also auch noch unklar, warum genau der Schaden an der relativ neuen Weiche überhaupt auftreten konnte.

Für Andreas Nagel von der "Aktion Münchner Fahrgäste" ist das Ganze jedenfalls ein Unding. "Die Fahrgäste zahlen auch für die Zuverlässigkeit des öffentlichen Nahverkehrs", sagt er. Wenn die MVG ein solches Unikat im Untergrund verbaue, dann müsse sie das entsprechende Ersatzteil eben gleich dazubestellen - um es für den Notfall im Depot auf Lager zu haben. Eine fast zweiwöchige Sperre auf einer der wichtigsten U-Bahn-Strecken der Stadt sei "nicht hinnehmbar".

Die MVG versichert: Sobald am Mittwoch die Sachverständigen mit der Begutachtung fertig sind, rücken die Techniker vom Gleisbau an, zudem die für den Fahrstrom und die Zugsicherung zuständigen Kollegen. Und dann, sagt MVG-Sprecher Miehling, werde "rund um die Uhr" gearbeitet.

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