Martin Fauster Sternekoch ohne Herd

Gut möglich, dass die Benefizveranstaltung "Fauster & Friends" in zwei Wochen die letzte Möglichkeit ist, die Crew um Martin Fauster zu erleben.

(Foto: Florian Peljak)
  • Bis zum 31. Dezember 2018 bleibt das Luxushotel Königshof am Stachus geöffnet. Dann wird das Gebäude abgerissen.
  • Etwa zweieinhalb Jahre Bauzeit sind für den neuen Komplex vorgesehen. Was in der Zeit mit dem Sternerestaurant um Chefkoch Martin Fauster passiert, ist weiter offen.
  • Nachdem ein Deal gescheitert ist, droht Fausters Crew zu zerfallen.
Von Franz Kotteder

Beinahe wäre er in den Adel aufgestiegen, der Bogenhauser Hof an der Ismaninger Straße. Dann hätte er vielleicht "Bogenhauser Königshof" geheißen, denn das Gourmetlokal war vorgesehen als Ausweichquartier für das Sternerestaurant im Luxushotel Königshof am Stachus. Das schließt bekanntlich zum Jahresende, um einem Neubau des spanischen Architekturbüros Nieto Sobejano Arquitectos zu weichen. Bislang war es eines der bestgehüteten Geheimnisse der Münchner Gastro-Szene, was währenddessen mit dem Sternerestaurant und dem Team um Küchenchef Martin Fauster passieren soll.

Denn eigentlich müsste die Hoteliersfamilie Geisel, der neben dem Königshof am Stachus auch das Excelsior und das Anna gehören, ein Interesse daran haben, die perfekt eingespielte Küchencrew und den Michelin-Stern im neuen Haus zu halten. Doch danach sieht es jetzt nicht mehr aus. Wie die SZ erfuhr, waren sich die Geisels mit der Schörghuber-Gruppe, dem Eigentümer des Bogenhauser Hofs, schon fast einig, ihn während der Umbauzeit zu übernehmen. Dazu hätte der Königshof die jetzigen Pächter Gerhard und Susanne Gleinser abfinden und das Personal des Restaurants größtenteils übernehmen müssen.

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Doch der Deal scheiterte angeblich, weil sich die drei Brüder Carl, Michael und Stephan Geisel, denen die Unternehmensgruppe Geisel-Privathotels zu gleichen Teilen gehört, nicht über die finanziellen Bedingungen einig waren. Der Umzug wäre wohl keine zusätzliche Einnahmequelle gewesen, sondern eher eine Investition in die Zukunft - um den Status als Sternerestaurant auch nach Abbruch und Neueröffnung des Luxushotels zu halten.

Der Bogenhauser Hof ist eines der besseren Lokale in der Stadt. Er hat zwar keinen Stern im Michelin, aber betuchte und prominente Stammgäste. Seit jeher kommen in das Restaurant mit dem großen Garten bayerische Ministerpräsidenten von Strauß über Stoiber bis Seehofer zu Arbeitsessen, auch die Unternehmensberater von Roland Berger sind dort gerne zu Gast. Wirt und Chefkoch Gerhard Gleinser hat das Lokal mit seiner Frau noch bis Ende 2020 gepachtet. Er bestätigt zwar, dass es Gespräche mit Geisel gab, betont aber auch, "dass wir 30 Mitarbeiter haben, viele davon schon sehr lange".

Der Königshof hätte ihnen eine Jobgarantie geben müssen. Hotelmiteigentümer Carl Geisel, derzeit noch in USA unterwegs, sagt: "Es ist eine schwierige Situation. Es wird jetzt natürlich nicht einfacher, das Team zusammenzuhalten." Fauster war am Sonntag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Für das Restaurant Königshof wird es also eng. Bis zur Schließung ist es nur noch ein halbes Jahr, die gut 80 Mitarbeiter werden unruhig. Auch wenn sie auf dem Arbeitsmarkt beste Chancen haben dürften: Von heute auf morgen will niemand die Stelle wechseln. Fausters Küchenchef Franz-Josef Unterlechner sei bereits auf dem Absprung, heißt es, auch andere Mitarbeiter sollen Angebote haben.

So dürfte die Benefizveranstaltung "Fauster & Friends" in zwei Wochen, die in diesem Jahr zum zwölften Mal mit 18 Spitzenköchen aus ganz Europa im Restaurant Königshof stattfindet, für viele Beteiligte eine eher traurige Abschiedsvorstellung werden. Gut möglich, dass dieser 8. Juli die letzte Möglichkeit ist, die Crew um Martin Fauster zu erleben.

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