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Klinik-Skandal in München:Noch mehr wussten Bescheid

"Ein größerer Personenkreis" sei über die Missstände informiert gewesen: Münchens Oberbürgermeister Ude hat sich erstmals zum Klinik-Skandal geäußert - und erhebt Vorwürfe.

Bernd Kastner und Susi Wimmer

Im Hygiene-Skandal an den städtischen Krankenhäusern Bogenhausen und Neuperlach konzentrieren sich die Ermittlungen darauf, welcher Verantwortliche im Management der Klinikgesellschaft was zu welchem Zeitpunkt über die Mängel in der Sterilgutaufbereitung wusste.

Klinikum Bogenhausen

Der Operationsbetrieb in Bogenhausen und Neuperlach ruht weiter.

(Foto: Catherina Hess)

Es wird untersucht, ob Zuständige aus Überforderung oder Unfähigkeit nicht reagierten, als im Mai ein Gutachten auf die Probleme hingewiesen hatte - oder ob Manager oder Ärzte absichtlich die Mängel verschwiegen.

Nach SZ-Informationen gibt es Hinweise auf letzteres. Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) sagte im Gespräch mit der SZ, dass es im Klinikum "offenbar einen größeren Personenkreis" gebe, der von dem alarmierenden Gutachten gewusst habe, ohne zu reagieren. Dies sei "beschämend".

Ein Insider will "nicht ausschließen", dass deshalb bald weitere Verantwortliche ihre Arbeit aufgeben müssen.

In der vergangenen Woche war bereits der zuständige Geschäftsführer Reinhard Fuß suspendiert worden, wenig später auch zwei Manager aus der zweiten Leitungsebene. Am Donnerstag war bekannt geworden, dass Operationsbestecke nicht ausreichend gesäubert und Bestecksätze falsch zusammengepackt worden waren. Deshalb ruht der Operationsbetrieb in Bogenhausen und Neuperlach.

"Sachverständige werden nun das in den Kliniken sichergestellte Material auswerten und auch das Gutachten von unabhängiger Stelle beurteilen lassen", sagte Staatsanwalt Thomas Steinkraus-Koch.

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