Was läuft in der Klassik?Sol Gabetta und Patricia Kopatchinskaja: Saite an Saite

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Sind seit mehr als zwei Jahrzehnten befreundet: Star-Cellistin Sol Gabetta und Geigerin Patricia Kopatchinskaja.
Sind seit mehr als zwei Jahrzehnten befreundet: Star-Cellistin Sol Gabetta und Geigerin Patricia Kopatchinskaja. (Foto: Marco Borggreve)

Star-Cellistin Sol Gabetta und Geigerin Patricia Kopatchinskaja fühlen sich wie Schwestern und freuen sich auf ein gemeinsames Konzert in München, David Garrett  zeigt eine ganz neue Seite.

Von Jutta Czeguhn

„Wie ich begonnen habe? Mit geschlossenen Augen. Ich stellte mir vor, ich sitze im Konzertsaal, Sol und Patricia kommen herein, und dann sagte ich mir, ok, was höre ich jetzt?“ Michel van der Aa erzählte 2019 im inzwischen leider eingestellten Klassik-Magazin „Klickklack“ im BR-Fernsehen von seiner ganz besonderen Herangehensweise, ein Werk für Geigerin Patricia Kopatchinskaja und Cellistin (und „Klickklack“-Moderatorin) Sol Gabetta zu komponieren. Sein Werk „Akin“ hatte dann die Uraufführung mit den beiden Widmungsträgerinnen und dem Royal Concertgebouw Orchestra in Amsterdam.

Was hört man, wenn Patricia Kopatchinskaja und Sol Gabetta eine Bühne betreten? Klar, zwei virtuose Solistinnen, von denkbar unterschiedlichem Temperament. Doch man hört auch das blinde Vertrauen, das in den Jahren einer langen Freundschaft entsteht. Und den Spaß, den sie miteinander haben, ihre unbedingte Liebe zur Musik. „Wir sind wie zwei Schwestern, auf der Bühne und im Leben“, sagt Sol Gabetta.

Das Münchner Publikum hat am Sonntag, 15. Februar (16 Uhr), wieder Gelegenheit, die beiden bei einem ihrer Duokonzerte zu erleben. In der Isarphilharmonie spielen sie Werke von Leclair, Bach, Ravel und Kodály.

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Einen sehr interessanten jungen Cello-Kollegen von Sol Gabetta präsentiert in diesem Monat das Kammerorchester des BR-Symphonieorchesters. Ebenfalls am 15. Februar ist im Prinzregententheater Kian Soltani zu hören. Der 33-jährige Österreicher wuchs in Vorarlberg auf und hat bei Ivan Monighetti in Basel studiert, einem der letzten Schüler des großen Mstislaw Rostropowitsch. Die Cello-Legende hätte Soltani beinahe selbst noch kennengelernt, als der seine Klasse bei Monighetti besuchte. Doch ausgerechnet an diesem Tag war er im Fernstudium, was ihn heute noch unendlich reut.

Doch es lief auch so gut mit der Karriere. Mit Anne-Sophie Mutter und Daniel Barenboim hatte er wichtige Förderer. Und auf einem Stradivari-Cello zu spielen, das dem Komponisten Luigi Boccherini gehört haben soll, ist auch nicht jedem vergönnt. In der Saison 2025/26 ist Soltani Residenzkünstler der Hamburger Elbphilharmonie. Die gibt ihm Gelegenheit, in seinen Konzerten neben der europäischen Klassik auch Musik aus der iranischen Heimat seiner Eltern vorzustellen, die in den Siebzigerjahren nach Österreich kamen. So spielt er dort gemeinsam mit seinem Vater Khosro Soltani, der dem Ensemble Shiraz angehört.

Kian Soltani selbst, der zuletzt vor 20 Jahren in Iran war, zeigt in seinen Instagram Posts immer wieder Solidarität mit dem Kampf der Menschen im Iran für Freiheit und Menschenrechte.

Bei seinem Konzert im Prinze widmet sich Soltani allerdings ganz dem russischen Repertoire mit einem Tschaikowsky-Programm. Und gut beraten ist man sicher, sich Soltanis Auftritt bei den diesjährigen Salzburger Festspielen im Kalender zu notieren: Am 20. August spielt er dort im Großen Saal der Stiftung Mozarteum zusammen mit Renaud Capuçon, Pascal Moraguès und Hélène Mercier Messians „Quatuor pour la fin du temps“.

David Garrett im März 2025 bei seinem  „Millennium Symphony“- Konzert in der Olympiahalle. Jetzt kann man ihn von einer neuen Seite erleben.
David Garrett im März 2025 bei seinem  „Millennium Symphony“- Konzert in der Olympiahalle. Jetzt kann man ihn von einer neuen Seite erleben. (Foto: Johannes Simon)

Ebenfalls nach Salzburg eingeladen ist in diesem Jahr der junge Pianist Alexandre Kantorow (27. August mit dem Pittsburgh Symphony Orchestra unter Manfred Honeck). Der Franzose gewann bereits im Alter von 22 Jahren 2019 den Ersten Preis und die Goldmedaille beim renommierten Internationalen Tschaikowsky-Wettbewerb in Moskau. Was dann folgte, war ein Raketenstart, der ihn auf die wichtigsten internationalen Konzertbühnen führte zu Solo-Rezitales und Konzerten mit namhaften Orchestern und Dirigenten. In München tritt Kantorow am 12. und 13. Februar im Herkulessaal mit dem BR-Symphonieorchester unter Tugan Sokhiev auf. Zu hören sind Werke von Fauré, Saint-Saëns und Prokofjew.

Und nun noch zu einem Debütanten, der allerdings so unbekannt nicht ist: Geigen-Star David Garrett hat – mit John Haywood – ein Klavierkonzert komponiert, Titel „One World“. Olga Scheps stellt es am 24. Februar gemeinsam mit den Münchner Symphonikern in der Isarphilharmonie vor. Die Pianistin hatte auch bereits den Solopart, als David Garrett beim Interlaken Classics Festival im April 2024 auch noch sein Debüt als Dirigent gab. In München dirigiert Michael Balke. Und wer David Garrett leibhaftig und ganz wie gewohnt erleben möchte, am 21. August spielt er auf dem Münchner Königsplatz.

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