Kita-Streik "Mir reicht's"

Eltern wehren sich gegen Kita-Streiks

Bei den Eltern wächst der Unmut über die nunmehr seit fast zwei Wochen andauernde Arbeitsniederlegung in den städtischen Kindertagesstätten. "Bei einer Woche Streik hat man Verständnis und Sympathie. Bei zwei Wochen knirscht man mit den Zähnen. Ab drei Wochen kann man als Eltern das wilde Streiktreiben nur noch ohnmächtig mit anschauen", steht etwa auf der neuen Internetseite "Mir reicht's". Eltern einer Münchner Kinderkrippe haben diese Aktion gestartet, um auf ihre Situation hinzuweisen. Sie seien es, die ihren Kindern erklären müssten, warum diese nicht mit ihren Freunden spielen können, sondern daheim bleiben müssten. Sie seien es, die unbezahlten Urlaub nehmen müssten. Niemand habe etwas dagegen, wenn die Erzieher für mehr Geld und Anerkennung streikten, erklären die Eltern. Die Streikparteien müssten sich aber ihrer gesellschaftlichen Verantwortung bewusst sein.

Andere Familien rufen zu einer weiteren Demonstration unter dem Motto "Kita-Streik - Eltern wehrt euch" auf. Sie findet am Mittwoch, 27. Mai, von 16.30 Uhr an auf dem Marienplatz statt. "Die Größten sollten ihre Kämpfe nicht auf dem Rücken der Kleinsten austragen", schreiben die Organisatoren auf ihrer Facebook-Seite. Lautstark soll der Protest werden, Kinder sind ebenfalls eingeladen.

Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) appelliert indes an die Tarifparteien. "Die Leidtragenden sind die Eltern und Kinder, das muss allen Verantwortlichen bewusst sein", sagt er. Es sei "höchste Zeit" miteinander zu reden. Die kommunalen Arbeitgeber und die Gewerkschaften sollten schnellstmöglich eine Lösung ihres Konflikts finden - am besten noch in den Pfingstferien.