Missbrauch in der Katholischen Kirche:Eine verlorene Kindheit im Heim

Marie Mattfeld Haus, 2021, Oberammergau

Viele Mädchen und Jungen sind in den 60er- und 70er-Jahren in Heimen schwer misshandelt worden - auch hinter der bunten Fassade des früheren Hänsel-und-Gretel-Heims in Oberammergau.

(Foto: Natalie Neomi Isser, Bildbearbeitung: SZ)

Ihre Mutter gab sie weg, im Heim wurde sie als Mädchen schwer misshandelt. Und doch hat Martha Koch Pflegekindern später das gegeben, was sie selbst als Kind nie bekam: Liebe und Geborgenheit.

Von Bernd Kastner und Rainer Stadler

Martha Koch ist Großes gelungen, trotz ihrer Kindheit. Was sie geleistet hat als erwachsene Frau, lässt sich erahnen, wenn man dieses Foto sieht. Es ist an einem sonnigen Tag im vergangenen Sommer aufgenommen und es ist ihr wie ein Schatz. Sie selbst steht ein bisschen versteckt in dritter Reihe, um sie herum junge Leute, die selbst schon Kinder haben. Es sind Pflegekinder, die Martha Koch und ihr Mann in ihrer kleinen Wohnung großgezogen haben. Die Pflegemutter freut sich, dass sie einen guten Weg genommen haben. Eine "Tochter" lebt noch bei ihr, hat selbst einen Sohn, Martha Koch nennt ihn "Enkel".

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