Süddeutsche Zeitung

Insolvenzverfahren:Ende der Kinos Münchner Freiheit schon jetzt

Die Kinos Münchner Freiheit schließen noch im August. Am kommenden Wochenende laufen dort zum letzten Mal Filme. Leopold und ABC Kino existieren weiter.

Von Bernhard Blöchl, München

Am kommenden Samstag laufen die letzten Filme, danach sind die Kinos Münchner Freiheit Geschichte. Wie der Betreiber Thomas Kuchenreuther auf Anfrage mitteilte, werde er am Montag die Schlüssel an den Vermieter übergeben, gleichzeitig werde das Insolvenzverfahren eröffnet. Ein Sonderprogramm zum Ende gibt es nicht. "Wir lassen es ganz normal ausklingen", sagte Kuchenreuther, dessen Mietverlängerung noch bis März 2020 laufe. "Ich tue mir das nicht mehr an", erklärte er das absehbare, nun aber doch frühe Aus.

Anfang Juli war bekannt geworden, dass das Schwabinger Kino mit den vier Sälen nach 24 Jahren schließen wird. Hintergrund waren das Ende des Mietverhältnisses mit der Sedlmayr Grund und Immobilien AG München sowie die zuletzt gestiegenen Mieten. "Die Vermieter waren nicht einsichtig, vernünftige Mietverträge zu machen", beklagt er noch heute. Kuchenreuther wählte den Weg der Eigeninsolvenz. Seitdem wird spekuliert, wer die Räume übernimmt. Wahrscheinlich ist, dass sich Karstadt weiter in dem Haus an der Leopoldstraße ausbreiten wird. Dafür spricht eine entsprechende Genehmigung der Lokalbaukommission von April 2019. Zuletzt hatten sich Politiker des Bezirksausschusses Schwabing-Freimann für den Erhalt des Kinos stark gemacht.

Auf der Webseite der Kinos heißt es derweil: "Wir danken Ihnen für ihre Treue und freuen uns darauf, Sie weiterhin im Leopold und ABC Kino begrüßen zu dürfen." Denn das ist die gute Nachricht: Kuchenreuthers kleine Schwabinger Arthouse-Spielstätten sind von der Insolvenz nicht betroffen.

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Quelle:
SZ vom 30.08.2019
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