Knapp sechzig Prozent der deutschen Kinogänger entschieden sich am Mariä-Himmelfahrts-Wochenende für die späte Komödien-Fortsetzung Das Kanu des Manitu. Das ist schön für den Macher Michael Bully Herbig, das ist auch schön für den Marktanteil deutscher Filme sowie für die Kinobetreiber, die lange auf einen solchen Hit gewartet haben. Große Teile des Publikums finden das Wiedersehen mit Figuren wie Winnetouch, Ranger und Abahachi ebenfalls schön oder zumindest lustig.
Bei aller Bully-Begeisterung gibt es aber auch noch andere Filme, selbst in den Ferien ist das Angebot in den Münchner Kinos groß und vielfältig. Es laufen Horrorhits wie Weapons, Liebesfilme wie Was ist Liebe wert – Materialists oder Thriller wie Caught Stealing (ab 28. August). Und dann wäre da noch das in Cannes gefeierte Wüsten-Rave-Spektakel Sirât: ein irrer Film, der lange nachhallt und auf vielen „Best of“-Listen des Kinojahres 2025 landen wird.
Ebenfalls auf Best-of-Listen landen dürfte der frisch gekürte deutsche Oscar-Beitrag In die Sonne schauen: Das mehrere Generationen übergreifende Familienepos von Mascha Schilinski läuft am 28. August in den Kinos an, das ABC Kino zeigt es vorab am 24. August, bei „Kino, Mond & Sterne“ ist es am 25. August als Preview unter freiem Himmel zu sehen.
Freuen darf sich das Publikum auch auf den neuen Film von François Ozon: Der französische Regisseur, bekannt und beliebt für Hits wie „8 Frauen“, „Frantz“ oder „In ihrem Haus“, jongliert in Wenn der Herbst naht gekonnt mit Elementen aus Familiendrama, Krimi und schwarzer Komödie. Kinostart ist am 28. August, das Neue Arena Kino zeigt den Film am 23. August als Preview.

Bereits angelaufen (im Theatiner, Werkstattkino und Neuen Maxim) ist der Dokumentarfilm Monk in Pieces über die Musikerin, Performerin und Komponistin Meredith Monk. Die Amerikanerin wurde erst im vergangenen Jahr mit einer Ausstellung im Münchner Haus der Kunst geehrt, der Film blickt auf ihre sechzig Jahre umspannende Karriere und ihre Zusammenarbeit mit Stars wie Björk oder David Byrne zurück.
Eine Künstler-Doku ganz anderer Art stellt die deutsche Regisseurin Cordula Kablitz-Post am 2. September im Leopold Kino vor: In Kreator – Hate & Hope geht es um die Essener Thrash-Metal-Band Kreator, die seit mehr als vierzig Jahren zu den Top-Acts dieser lauten, schnellen und sehr harten Musikrichtung gehört. Bundesweiter Kinostart ist am 4. September.

Ebenfalls auf Kinotour sind die Filmemacherbrüder Julian und Thomas Wittmann: Sie stellen gemeinsam mit ihrem Protagonisten, dem 83-jährigen Weltumsegler Wolfgang „Gangerl“ Clemens, ihren Dokumentarfilm Ausgsting vor. Dieser startet am 28. August in den Kinos, in den kommenden Tagen und Wochen kann man dieses Trio persönlich treffen, in Bad Tölz, Bad Reichenhall oder Bad Aibling etwa. Am 30. August werden sie auch in München (im Mathäser) erwartet.
Während das Münchner Filmmuseum noch Sommerpause macht (die neue Saison startet am 9. September), zeigt das Werkstattkino derzeit eine Reihe mit Gefängnisfilmen aus mehreren Jahrzehnten: Noch bis Anfang September sind so unterschiedliche Filme wie A Pure Place, Prison, Un prophète oder das mit Franz Rogowski und Georg Friedrich prominent besetzte Paragraf-175-Drama Große Freiheit zu sehen.

