Festival „Around the World in 14 Films“ in MünchenFilme, die auf Reisen gehen

Lesezeit: 2 Min.

Der iranische Regisseur Jafar Panahi gewann in Cannes in diesem Jahr mit „Ein einfacher Unfall“ die Goldene Palme.
Der iranische Regisseur Jafar Panahi gewann in Cannes in diesem Jahr mit „Ein einfacher Unfall“ die Goldene Palme. Les Films Pelleas

Einmal um die ganze Welt: Das Länderfilmfestival „Around the World in 14 Films“ zeigt im Münchner City-Kino internationale Festivalhits.

Von Josef Grübl

Auf dem Weg von Berlin nach München sind ein paar Filme verloren gegangen: Nur so lässt es sich wohl erklären, wie aus dem gerade in der Hauptstadt stattgefundenen Länderfilmfestival „Around the World in 14 Films“ ein Festival mit nur neun Filmen wurde. Aber an dieser Stelle soll es weniger um Zahlen als um Inhalte gehen: Das beliebte Festival, das es in Berlin seit 2006 und in München seit 2023 gibt, stellt in einer Art „Best of“ herausragende Werke des Weltkinos vor. Die Filme sind aus diesem Jahr, ihre Premieren feierten sie bei den Festivals in Cannes, Venedig, Locarno oder Sundance.

Den Auftakt im Münchner City-Kino macht am 8. Dezember ein französischer Film, der in Cannes bejubelt wurde und vor einigen Wochen das Queer Film Festival München (QFFM) eröffnete: „Die jüngste Tochter“ („La petite dernière“) erzählt von einer 17-jährigen jungen Frau namens Fatima, die mit ihrer französisch-algerischen Familie am Stadtrand von Paris aufwächst. Sie studiert, schließt Freundschaften – und fühlt sich zu Frauen hingezogen. Doch wie lässt sich Homosexualität mit den Wertvorstellungen einer konservativen muslimischen Familie verbinden? Der Film basiert auf dem autofiktionalen Debütroman von Fatima Daas; besetzt wurde er ausschließlich mit Laienschauspielerinnen.

Ebenfalls in Cannes und später beim QFFM lief Kristen Stewarts Film „The Chronology of Water“. Die Hollywood-Schauspielerin erzählt in ihrem Regiedebüt sehr sprunghaft und assoziativ von einer jungen Schwimmerin (Imogen Poots), die dank eines Stipendiums studieren kann, aber noch nach ihrem Weg im Leben sucht. Der Film ist eine internationale Koproduktion und wird am 8. Dezember gezeigt; in den Tagen darauf setzt das von Susanne Bieger und Bernhard Karl geleitete Festival seine cineastische Weltreise fort.

So geht es etwa in „No Other Choice“ nach Südkorea: Im neuen Film des Starregisseurs Park Chan-wook („Oldboy“, „Stoker“) verliert ein Familienvater seinen Job – und findet keinen neuen. Als er ein Jahr später immer noch arbeitslos ist, greift er zu radikalen Maßnahmen. Auch die Protagonistin in Maryam Touzanis Film „Calle Málaga – Ein Zuhause in Tanger“ steht vor einer existenziellen Krise: Die Seniorin María Ángeles (Carmen Maura) lebt in einer schönen Wohnung im spanischen Viertel der marokkanischen Metropole Tanger. Als ihre Tochter sie in ein Heim abschieben und die Wohnung verkaufen will, fängt die alte Dame an zu kämpfen.

„Nouvelle Vague“ erzählt die Enstehunggeschichte von Godards berühmtem Film „Außer Atem“.
„Nouvelle Vague“ erzählt die Enstehunggeschichte von Godards berühmtem Film „Außer Atem“. Jean-Louis Fernandez / Plaion Pictures

Große Festivalhits waren auch der jüngste Streich des iranischen Meisterregisseurs Jafar Panahi (der mit „Ein einfacher Unfall“ im Mai die Goldene Palme in Cannes gewann), der ebenfalls in Cannes gefeierte Film „Nouvelle Vague“ (in dem von der Entstehung des Godard-Hits „Außer Atem“ erzählt wird) oder die jüngste Regiearbeit der Ungarin Ildikó Enyedi. Im Zentrum ihres prominent besetzten und in Venedig uraufgeführten Films „Silent Friend“ steht ein alter Baum im Botanischen Garten von Marburg, um ihn herum spinnt sie drei Geschichten, die sich über ein Jahrhundert erstrecken. Alle Filme starten erst in den kommenden Wochen oder Monaten in den Kinos: Wer sie schon vorab sehen will, hat jetzt Gelegenheit dazu.

Around the World in 14 Films, Montag, 8., bis Samstag, 13. Dezember, City-Kino, Sonnenstraße 12a

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