Das Filmfest ist vorbei, weitergefeiert wird trotzdem: Vom 9. Juli an verwandelt sich in München das Areal zwischen Propyläen, Glyptothek und Staatlicher Antikensammlung in ein riesiges Freiluftkino. Das Kinoliebe Summer Festival lockt zusätzlich zu Filmvorstellungen mit Konzerten, Talks, Wein-Verkostungen, Yoga, Live-Podcasts und vielem mehr an den Königsplatz.
Neben den abends gezeigten aktuellen Kinohits wie Michael, Disclosure Day, The Mandalorian & Grogu, Extrawurst oder Das Kanu des Manitu gibt es auch ein nachmittägliches Familienprogramm (unter anderem mit Pumuckl und das große Missverständnis) sowie Gastspiele vom Dok-Fest München, der Griechischen Filmwoche oder dem Alpen Film Festival.
An mehreren Abenden haben sich Gäste angesagt, unter anderen die Regisseure David Dietl oder Marcus H. Rosenmüller sowie die Schauspieler Rick Kavanian oder Maximilian Brückner. Den Eröffnungsfilm Ein Münchner im Himmel (am 9. Juli, 21.30 Uhr) präsentiert das Filmfest-Leitungs-Duo Christoph Gröner und Julia Weigl. Und wer nach dem unrühmlichen WM-Aus der Deutschen noch Lust auf Fußball hat: Am 19. Juli wird am Königsplatz das Weltmeisterschafts-Finale aus New Jersey übertragen.
Dieses Freiluftkino ist nicht das einzige der Stadt, auch andernorts werden diesen Sommer Filme gezeigt: Bei „Kino, Mond & Sterne“ im Westpark ist am 6. Juli Wiebke Lühmann mit ihrer Reise-Doku Same Sun – Mit dem Fahrrad durch Afrika zu Gast, die Freiburgerin durchradelte 22 Länder, unter anderem Marokko, die Elfenbeinküste, Namibia oder Südafrika. Wer an diesem Abend verhindert ist, kann den Film auch am 28. Juli bei „Kino am Olympiasee“ sehen, da ist die Protagonistin ebenfalls zu Gast.

Etwas ganz Besonderes gibt es am 12. Juli im City-Kino zu sehen: Genauer gesagt ebenjenen Spielfilm, der im Februar in den Wettbewerb der Berlinale eingeladen wurde. Jetzt steht der reguläre Kinostart an, Regisseurin Eva Trobisch stellt ihren Film derzeit im ganzen Land vor. Der München-Termin ist ein Heimspiel, hat sie doch an der HFF studiert. Im Film geht es um die Teilnehmerin einer Gesangs-Castingshow und die an sie gestellte Frage: „Wer bist du und was macht dich aus?“ Diese und andere Fragen kann man Trobisch in München stellen, begleitet wird sie von ihren Schauspielerinnen und Schauspielern Max Riemelt, Eva Löbau und Gina Henkel.
Im Monopol Kino ist am 10. Juli Lena Karbe zu Gast, sie präsentiert ihren Dokumentarfilm Innere Emigranten. Dieser entstand unter anderem heimlich in Moskau, es geht um die Mitarbeiter einer Krisen-Hotline, die mit kriegsmüden Russen über deren Sorgen sprechen. Vormerken kann man sich auch den Regiebesuch von Faek Falak am 21. Juli: Der deutsch-kurdische Regisseur stellt im Rio Filmpalast seinen Dokumentarfilm To My Sisters vor, er verknüpft darin die Schicksale von drei Frauen, deren Leben sich nach den Bürgerkriegen in Syrien und Irak gravierend verändert haben. Nach der Vorstellung beantwortet Faek Falak Fragen aus dem Publikum.

Auch im Filmmuseum ist das Filmfest vorbei: Vom 7. Juli an geht es dort weiter mit den Internationalen Stummfilmtagen, mit einem Querschnitt aus bekannten Filmen in neuen Restaurierungen sowie unbekannten oder kürzlich neuentdeckten Stummfilmen. Das Publikum darf sich auf Stars wie Charles Chaplin („The Champion“), Louise Brooks („Tagebuch einer Verlorenen“), Buster Keaton („Battling Butler“) oder Stan Laurel & Oliver Hardy („Liberty“) freuen. Am 22. Juli wird Lotte Reinigers legendärer, gerade erst 100 Jahre alt gewordener Animationsfilm Die Abenteuer des Prinzen Achmed aufgeführt.
Der 12. Juli ist den Anfängen des Films in München gewidmet: Auf dem Spielplan stehen kurze Dokumentar-, Spiel-, Zeichentrick-, Werbe- oder Erziehungsfilme aus den Jahren 1896 bis 1926. Wie immer gibt es Live-Musikbegleitung, es spielen Richard Siedhoff und Mykyta Sierov aus Weimar, Neil Brand und Stephen Home aus London oder Sabrina Zimmermann und Mark Pogolski aus München. Die Stummfilmtage dauern bis 26. Juli, anschließend geht das Filmmuseum in die Sommerpause.

