Das erste Kinohalbjahr 2025 lief nicht besonders gut, laut der Filmförderungsanstalt (FFA) gab es „nicht genügend große und zugkräftige Filme“. Wie schnell sich das ändern kann, sieht man spätestens seit dem Riesenerfolg von Das Kanu des Manitu (der der besucherstärkste Titel des laufenden Kinojahres ist), aber auch von Herbst-Filmhits wie 22 Bahnen, In die Sonne schauen oder Die Schule der magischen Tiere 4.
So unterschiedlich die genannten Filme auch sind, haben sie doch eine Sache gemeinsam: Es sind deutsche Produktionen. Und mit Fatih Akins berührender Verfilmung von Hark Bohms Kindheitserinnerungen (Amrum), der bayerischen Jenseits-Komödie Zweigstelle oder dem überwiegend in deutscher Sprache gedrehten und überraschend lebendigen Kafka-Film Franz K. (ab 23. Oktober) stehen bereits weitere potentielle deutsche Filmhits parat.
Darüber hinaus haben sich in den Münchner Kinos viele Gäste angekündigt: Am 12. Oktober etwa feiert der Spielfilm Der Deserteur von Christoph Baumann München-Premiere im Neuen Rottmann Kino. Der aus Wasserburg stammende Regisseur erzählt von der Begegnung eines SS-Manns und einer Jüdin auf einer Tiroler Berghütte in den letzten Kriegstagen im Jahr 1945. Der Film wurde unabhängig produziert und läuft in den kommenden Wochen auch in Grafing, Dorfen oder Wolfratshausen.
Regiebesuch wird auch im Schwabinger ABC Kino erwartet: Dort kommt am 12. Oktober der Dokumentarfilmer Maxim Derevianko zur Vorstellung seines Films Ai Weiweis Turandot. Ein Film also über die berühmte Puccini-Oper, die der ebenfalls sehr berühmte Kunst-Superstar Ai Weiwei am Teatro dell’Opera in Rom inszenierte. Gleich mehrere Gäste empfängt das Monopol Kino am 20. Oktober: Der Münchner Regisseur und HFF-Absolvent Sebastian Husak stellt sein Spielfilmdebüt Bubbles vor; darin treffen zwei ehemalige Freunde in einem Haus am Wattenmeer aufeinander. Hauptdarsteller Leonard Scheicher sowie der Drehbuchautor und die Produzenten werden Husak begleiten. Vormerken sollte man sich auch die München-Premiere des Spielfilms Das Verschwinden des Josef Mengele am 23. Oktober im City-Kino: Hier werden Regisseur Kirill Serebrennikow und Hauptdarsteller August Diehl erwartet.

Ebenfalls eine Premiere steht am 16. Oktober in der Alten Kongresshalle an: Dann startet die European Outdoor Filmtour (EOFT) in eine neue Saison, mit neuen Outdoor- und Abenteuerfilmen, mit Expeditionen in die Schweizer Berge, nach Kanada oder Alaska. Die Veranstaltung ist beliebt, weitere Vorstellungstermine in München wird es im Dezember geben. Ein buntes Filmprogramm verspricht auch das Better World Film Festival am 26. Oktober in den Museum Lichtspielen. Von 11 Uhr bis 23 Uhr werden internationale Kurzfilme aufgeführt, die Lösungen für eine bessere Welt aufzeigen. Das mag naiv klingen, zeugt aber auch von Hoffnung und Zuversicht in unsicheren Zeiten.
Das Filmmuseum zeigt am 16. Oktober in Erinnerung an die Anfang Oktober verstorbene Primatenforscherin Jane Goodall den Dokumentarfilm Jane’s Journey. Und im Theatiner Kino werden noch bis 22. Oktober im Rahmen der Reihe Cinema! Italia! neue Filme aus Italien aufgeführt, unter anderem die jüngste Regiearbeit von Daniele Luchetti. Dieser erzählt in Confidenza gewohnt kunstvoll von einer verbotenen Liebe und ihren Folgen, für den Soundtrack konnte er den Radiohead-Musiker Thom Yorke gewinnen.

