Kino:Welcher Film wird der nächste Blockbuster?

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Kino: Hat schon immer von einem zweiten "Manta, Manta"-Teil geträumt: Til Schweiger.

Hat schon immer von einem zweiten "Manta, Manta"-Teil geträumt: Til Schweiger.

(Foto: Gisela Schober/Getty Images/Constantin)

Die Branche preist bei der Filmwoche München die Kinohits von morgen an. Darunter Til Schweiger mit dem "zwoten Teil" von "Manta, Manta" - und andere Fortsetzungen großer Reihen.

Von Josef Grübl

Das größte Kino der Stadt ist jetzt ein Autohaus, zumindest vorübergehend. Am Donnerstagabend steht ein Oldtimer aus dem Hause Opel vorm Mathäser Filmpalast, Kinogänger und Passanten im Selfie-Modus zücken ihre Handys. Probefahrten sind keine möglich, auch probesitzen geht nicht: Ein Aufpasser achtet darauf, dass niemand dem Auto zu nahe kommt. Handelt es sich doch um den Titelstar des potentiellen Kinohits "Manta, Manta - Zwoter Teil". Was wiederum eine gute Nachricht ist, nicht nur für Freunde des tiefergelegten Teutonenhumors.

Nach drei langen Pandemiejahren, in denen die Kinos monatelang geschlossen waren und das Publikum zu Hause auf der Couch saß, meldet sich die Filmbranche zurück. Ende Januar geht es in München traditionell ums Kino, für ein paar Tage kommen Stars und Macher in die Stadt, Produzentinnen, Rechtehändler oder Kinobetreiberinnen verhandeln über neue Ware. So auch in diesem Jahr, doch die Folgen der Pandemie sind noch zu spüren: Der Deutsche Filmball im Bayerischen Hof wurde zum dritten Mal in Folge abgesagt, auch die Verleihung der Bayerischen Filmpreise wanderte vom Januar in den Juni.

Die Kinos sind aber offen (und spätestens seit dem Siegeszug des Hollywood-Blockbusters "Avatar - The Way of Water" auch wieder voll), weshalb wenigstens die Filmwoche München wieder wie gewohnt stattfindet. Vier Tage lang präsentieren Filmverleiher Ausschnitte und Appetithappen von Filmen, die 2023 die Säle füllen sollen. Das Publikum, das sich aus Kinobetreibern aus der ganzen Republik zusammensetzt, schaut sich also tagelang in sogenannten Tradeshows Trailer an. Jeder einzelne davon ist ein Versprechen auf gute Geschäfte, jeder zweite wird angepriesen als sei er der nächste "Avatar".

Kinder im Weltall und skatende Influencerinnen

Aber das Marktschreierische gehört dazu, schließlich müssen all die neuen Marvel- und "Barbie"-Produktionen, die Kinderfilme, Komödien und "Indiana Jones"-Fortsetzungen dem Kinobetreibervolk schmackhaft gemacht werden. "Kauft den mal alle ein", sagt etwa Felix Lobrecht auf der Bühne des größten Mathäser-Saals.

Kino: Comedian Felix Lobrecht (li.) und Regisseur David Wnendt stellen die Buchverfilmung von "Sonne und Beton" vor.

Comedian Felix Lobrecht (li.) und Regisseur David Wnendt stellen die Buchverfilmung von "Sonne und Beton" vor.

(Foto: Gisela Schober/Getty Images/Constantin)

Der Berliner Comedian und Podcaster ist zu Gast bei der Tradeshow der Constantin Film, dort stellen er und Regisseur David Wnendt die schon bald startende Verfilmung seines Buchs "Sonne und Beton" vor. Das Münchner Medienunternehmen setzt vorwiegend auf deutsche Filme, auf Kinder im Weltall oder skatende Influencerinnen. Für Constantin-Chef Martin Moszkowicz ist das natürlich "das Highlight der Münchner Filmwoche".

Und damit bereitet er dem Star des Abends die Bühne: Til Schweiger erklärt den Kinomenschen, warum sie 30 Jahre lang auf die Fortsetzung seines ersten Kinohits "Manta, Manta" warten mussten. Er habe schon immer von einem zweiten Teil geträumt, sagt er; der 2011 verstorbene Produzent und Constantin-Chef Bernd Eichinger fand aber, die Manta-Welle sei vorbei. "Die war doch schon vorbei, als wir den ersten Film gemacht haben", sagt Schweiger grinsend. Ende März startet sein neuer Film - und wenn es gut läuft, wird dann nicht nur Münchens größtes Kino zum Autohaus.

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