Süddeutsche Zeitung

Kino Asyl:Augen auf, Ohren auf

Bei "Kino Asyl" zeigen Flüchtlinge Filme aus ihrer Heimat. Im dritten Jahr steht auch eine Dokumentation über das Festival selbst auf dem Programm.

Zuhören hilft, um das Fremde zu verstehen. Manchmal hilft auch Zuschauen. Am besten ist sowieso beides. Hier setzt "Kino Asyl" an: Bereits zum dritten Mal findet das preisdekorierte Filmfestival statt, bei dem es darum geht, dass in München lebende Flüchtlinge das Programm gestalten. Die jungen Kuratoren stammen unter anderem aus Syrien, Afghanistan und Somalia.

Von Sonntag, 3., bis Freitag, 8. Dezember, präsentieren sie zum Teil in Deutschland noch nicht gezeigte Spiel- und Dokumentarfilme aus ihrer Heimat. Shakespeare In Zaatari etwa begleitet einen Theaterregisseur bei der Inszenierung zweier Stücke mit in Jordanien lebenden syrischen Kindern. Black Mission ist ein Action-Thriller aus Afghanistan, bei dem der Kurator Ali Khorosh Regieassistent war, und Men In The Arena (2017) zeigt, unter welchen schwierigen Bedingungen Fußballer in Somalia ihren Traum leben.

Eröffnet wird das Festival mit der Schweiz-Syrischen Koproduktion Bon Voyage und Mammah Saylah aus Sierra Leone in der Pinakothek der Moderne. Weitere Spielorte sind die Kammerspiele, der Gasteig und die Hochschule für Fernsehen und Film (HFF).

Hier kommt es am Montag, 4. Dezember, zu einer Premiere: Produktionen von HFF-Studenten und Filme aus Afghanistan und Syrien wechseln sich ab. Bei der Abschlussparty im Import Export gibt Tobias Rehms Doku Kino Asyl Einblicke in die vergangenen Festivaljahre. Danach wird angestoßen. Manchmal hilft auch Feiern.

Kino Asyl, So., 3., bis Fr., 8. Dez., div. Orte, Eintritt frei, Spenden willkommen, Infos: www.kinoasyl.de

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Quelle:
SZ EXTRA vom 30.11.2017/amm
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