Siegertsbrunn Polizei gibt Warnschüsse wegen flüchtender Autodiebe ab

Die Männer konnten einen teuren Mercedes mit Keyless-System stehlen und flohen. Nicht der erste Fall dieser Art in München - was sich allerdings mit einer Lebkuchendose verhindern lässt.

Von Julian Hans

Eine Polizeistreife in Haar konnte in der Nacht eine Bande von Autodieben auf frischer Tat stellen. Dabei gaben die Beamten Warnschüsse ab, drei Männer wurden festgenommen, nach einem weiteren Verdächtigen wird noch gefahndet.

Gegen vier Uhr früh hatte ein Autobesitzer in der Stollstraße den Diebstahl seines dunkelgrauen Mercedes AMG im Wert von mehr als 100.000 Euro bemerkt. Bei einer umgehend eingeleiteten Fahndung entdeckte eine Streife das entwendete Fahrzeug sowie einen Citroën mit polnischen Kennzeichen auf einem abgelegenen, unbeleuchteten Parkplatz am Waldrand südlich von Siegertsbrunn. Als der Streifenwagen sich näherte, sprangen mehrere Personen in die Autos und versuchten zu fliehen. Dabei stieß der gestohlene Mercedes mit dem Citroën zusammen. Als der Fahrer trotzdem weiterfuhr, gaben die Polizisten mehrere Warnschüsse ab, bei denen niemand verletzt wurde. Die drei Insassen des Citroën konnten festgenommen werden.

Wenig später, gegen 4.25 Uhr entdeckte eine Streife den entwendeten Mercedes in Riemerling. Der Fahrer war auf ein geparktes Wohnmobil aufgefahren und offenbar zu Fuß weiter geflüchtet. Der Motor des Mercedes lief noch. In derselben Nacht wurde in Ottobrunn ein Mercedes 350 GLE gestohlen. Die tschechische Polizei konnte den Wagen noch am Vormittag im Grenzgebiet zu Polen stoppen.

Die beiden in der Nacht entwendeten Mercedes sind bereits der achte und neunte Fall in zwei Wochen, bei denen Diebe Autos mit dem sogenannten Keyless-System knacken. Bei der Technologie, die vor allem in teuren Wagen verbaut wird, entriegeln sich die Türen von selbst, sobald sich der Halter mit dem Schlüssel nähert und der Motor kann gestartet werden. In allen Fällen der letzten Wochen hatten die Besitzer ihre Autos vor ihrem Zuhause geparkt und die Schlüssel in der Nähe der Türen oder Fenster aufbewahrt. Mit sogenannten Funkwellenverstärkern überbrücken die Diebe die Distanz vom Haus bis zum Auto.

"Wir gehen davon aus, dass es sich bei den Tätern um eine professionell agierende und organisierte Bande handelt", sagt Thomas Jacob, der stellvertretende Leiter des Kommissariats 51, das für KfZ-Kriminalität zuständig ist. Als Prävention gegen den Schlüssel-Hack regt er an, Autos mit Keyless-System nicht direkt vor dem Haus zu parken oder zumindest die Schlüssel nicht in der Nähe der Wohnungstüre aufzubewahren. Es helfe auch, die Schlüssel in einer Metalldose aufzubewahren, die das Signal abschirmt. "Wir haben es mit einer Dose für hochwertige Lebkuchen getestet - es funktioniert".