Großeinsatz in Schwabing61-Jähriger sticht mit Messer auf Polizisten ein

Der 61-jährige Bewohner der gestürmten Wohnung griff einen der Beamten an und stach nach Polizeiangaben mehrmals auf ihn ein (Symbolbild).
Der 61-jährige Bewohner der gestürmten Wohnung griff einen der Beamten an und stach nach Polizeiangaben mehrmals auf ihn ein (Symbolbild). (Foto: Marijan Murat/dpa)

Beamte des Spezialeinsatzkommandos stürmen die Wohnung des Mannes und schießen mit einem „Taser“. Ein schon vor Jahrhunderten genutzter Schutz rettet dem attackierten Beamten vermutlich das Leben.

Von Martin Bernstein

Sein eisernes Kettenhemd hat einem Münchner Polizisten am Montagnachmittag möglicherweise das Leben gerettet. Der Beamte des Spezialeinsatzkommandos (SEK) war zusammen mit etwa 50 weiteren Polizistinnen und Polizisten nach einem Notruf im Stadtteil Schwabing im Einsatz, als ein offenbar psychisch verwirrter Mann mit einem Messer auf ihn einstach. Der SEK-Beamte blieb unverletzt, der Angreifer konnte überwältigt werden.

Kurz nach 14 Uhr hatte ein Anrufer die Polizei alarmiert, weil angeblich ein mit einer Pistole bewaffneter Mann vor seiner Wohnungstür stehe. Die Einsatzkräfte konnten niemanden entdecken, stießen aber im Treppenhaus auf den Anrufer, einen 61-Jährigen, der ein Messer in der Hand hielt. Der Mann zog sich in seine Wohnung zurück, die Polizisten riefen Verstärkung, darunter das SEK. Der 61-Jährige war schon einmal psychisch auffällig geworden und die Polizei konnte zudem nicht ausschließen, dass er nicht allein in der Wohnung war.

Versuche, Kontakt mit dem 61-Jährigen aufzunehmen, scheiterten. Daraufhin drang das SEK in die Wohnung ein. Der Bewohner griff einen der Beamten an und stach nach Polizeiangaben mehrmals auf ihn ein. Die Schutzkleidung, darunter ein Kettenhemd, bewahrte den Polizisten vor Verletzungen. Der Täter konnte trotz heftiger Gegenwehr entwaffnet und festgenommen werden. Ein Schuss aus einem „Taser“ genannten Distanzelektroimpulsgerät hatte zuvor keine Wirkung gezeigt.

Der 61-Jährige kam in ein Krankenhaus. Er soll in der forensischen Psychiatrie untergebracht werden. Wegen des Angriffs auf den Polizisten ermittelt die Mordkommission.

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