Die frühere Zweite Bürgermeisterin Katrin Habenschaden (Grüne) schlägt beruflich wieder einen neuen Weg ein. Nach zweieinhalb Jahren verlässt sie die Deutsche Bahn, von der sie als Leiterin Nachhaltigkeit und Umwelt verpflichtet worden war. Davor war sie als Kandidatin der Grünen bei der Oberbürgermeisterwahl 2020 in München angetreten und hatte danach dreieinhalb Jahre als Bürgermeisterin ihre Partei führend in der grün-roten Koalition vertreten. Am 11. Oktober 2023 verkündete sie völlig überraschend ihren Ausstieg aus der Politik und den Wechsel zur Deutschen Bahn (DB).
Dass sie den Konzern nun wieder verlässt, erklärte Habenschaden in einer Nachricht auf Instagram. Unter einem Foto, auf dem sie leicht lächelnd in die Ferne zu blicken scheint, schreibt sie: „Nun ist der Zeitpunkt gekommen, Abschied zu nehmen.“ Vor dieser Botschaft blickt sie positiv auf zweieinhalb Jahre zurück und listet Erfolge auf, danach bedankt sie sich bei ihrem Team. „Wir haben eine Menge erreicht. Gemeinsam.“
Der Abschied bei der Deutschen Bahn fällt genau in die Zeit, in der ihre Partei den bislang größten Erfolg in München feiert. Bei der Kommunalwahl gewann ihr Nachfolger als Kandidat, Dominik Krause, sensationell die Wahl zum Oberbürgermeister. Am 11. Mai wird er den Amtseid in der konstituierenden Sitzung des Stadtrats leisten.
Dass Katrin Habenschaden in eine politische Funktion zurückkehrt, darauf gibt es bisher keine Hinweise. Sie selbst erklärt auf Instagram, dass für sie erst mal eine „Auszeit“ anstehe. „Ich freue mich auf den Frühling, auf Zeit für mich und für meine Familie und Freunde.“ Was sie danach macht und wann genau ihr Job bei der Bahn endet, geht aus dem Post nicht hervor. Sie freue sich nicht nur auf mehr private Zeit, schreibt sie, sondern auch auf „neue Impulse. Und dann natürlich auch auf eine neue Herausforderung. Denn ich will mich auch in Zukunft an meiner eigenen Wirksamkeit messen lassen.“
Diese Zukunft werde in jedem Fall auf dem Kerngebiet ihres beruflichen und politischen Interesses beruhen, erklärt Habenschaden. „Was ich jetzt schon versprechen kann: Ich bleibe der Branche ganz sicher auf die eine oder andere Art und Weise erhalten.“ Unmittelbar nach dem Post war sie für eine Nachfrage nicht zu erreichen.
Das Motto, unter dem sie auf dem Foto und auch in ihrem Text in die Ferne blickt, formuliert sie auf Englisch. „Transformation is not always a comfortable process, but it is always worth it.“ (Frei auf Deutsch: Wandel ist nicht immer ein angenehmer Prozess. Aber er ist die Mühe immer wert.) Worauf sie das bezieht, erklärt sie selbst: „Das gilt für mein Herzensprojekt – die ökologische Transformation. Das gilt aber auch für mich selbst.“

