bedeckt München 13°

Kampagne "Fossil Free":Kein Gas, kein Öl

Alles dreht sich derzeit um Corona - doch damit die Stadträte die Klimakrise nicht vergessen, haben Aktivisten vor der Vollversammlung protestiert.

(Foto: Stephan Rumpf)

Klima-Bündnis überreicht Resolution und fordert Ausstieg aus fossilen Brennstoffen

Den Stadträten wurde schon vor Beginn der Vollversammlung am Mittwoch deutlich vor Augen geführt, dass sie sich gerade im Umfeld zweier Krisen bewegen. Erstmals tagten sie wegen Corona im Saal der Münchner Philharmoniker, um die nötigen Abstände wahren zu können. Doch bevor sie den ungewohnten Sitzungsort im Gasteig betreten konnten, führte ihr Weg an einer Gruppe von Demonstranten vorbei, die sie an die andere Krise erinnerten: den Klimawandel und die Folgen für die Menschen. Mitglieder des Bündnisses Fossil Free übergaben an sie eine Resolution, in der sie den Ausstieg der Stadtwerke München (SWM) aus der Förderung von Erdgas und Erdöl forderten.

Der Stadtrat solle noch dieses Jahr beschließen, dass die kommunale Tochter von sofort an nicht mehr in dieses Geschäftsfeld investieren dürfe, heißt es in dem Papier. Dazu sollten die SWM nicht nur "ihre Beteiligung an Spirit Energy, sondern sämtliche, auch darüber hinaus bestehenden Beteiligungen an Erdgas- und Erdölförderung und -Exploration schnellstmöglich" abgeben, spätestens jedoch in einem Jahr.

Die Stadtwerke sind mit 31 Prozent an Spirit Energy beteiligt und verweisen darauf, dass dieses Unternehmen zu 70 Prozent Erdgas fördert, das während der Umstellung auf alternative Energien noch viele Jahre als "Brückentechnologie" nötig sein wird. Ziel sei es, die Mengen für den Eigenverbrauch selbst zu fördern. Die Regierungsfraktionen hielten sich vorerst bedeckt. Grüne und SPD erklärten, sich die Forderungen erst mal genau anschauen zu wollen, bevor sie Stellung beziehen. "Dabei wird es natürlich darum gehen, was der Umwelt tatsächlich nützt, und da geht es vor allem darum, den Ausstieg aus der Nutzung fossiler Energie voranzutreiben", sagte SPD-Stadträtin Simone Burger.

© SZ vom 18.06.2020 / heff
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema