Barista Luca Gazzo:"Kaffee wird immer getrunken"

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Barista Luca Gazzo: "Wir brauchen Europa, weil das die einzige Chance ist, weiter im Luxus zu leben: ohne Krieg, ohne Grenzen", sagt Luca Gazzo. "Was gibt es Schöneres?"

"Wir brauchen Europa, weil das die einzige Chance ist, weiter im Luxus zu leben: ohne Krieg, ohne Grenzen", sagt Luca Gazzo. "Was gibt es Schöneres?"

(Foto: Stephan Rumpf)

Luca Gazzos Espresso ist legendär. Nach zweieinhalb Jahren in Venezien ist der Barista wieder zurück in seiner Bar in München. Ein Gespräch über die italienische "caffè"-Kultur und Europa.

Von Philipp Crone

So schnell wie früher bewegt er sich nicht. Aber das liegt an den Umständen. Es ist nicht so, dass Luca Gazzo nicht noch immer 20 Espressi in fünf Minuten aus der Kaffeemaschine zapfen könnte. "Das ist wie Autofahren, die Handgriffe verlernt man nicht", sagt der 47-jährige Italiener mit dem schaumig-weichen Akzent in der Stimme. Derzeit ist aber noch nicht wieder so viel los im Segafredo-Café am Rindermarkt wie vor der Schließung. Gazzo hat Ende Dezember 2017 den letzten Espresso gebrüht und war dann arbeitslos, weil das Haus saniert wurde. Klar war jedoch, dass nach etwa zweieinhalb Jahren wieder aufgesperrt wird. Nach Jahren in seiner Wahlheimat ging Gazzo also in seine Heimat zurück, auf den Hof seiner Familie. Kirschen statt Kaffee. Jemand, der in zwei Ländern Europas zu Hause ist und der davon lebt, den Deutschen das Nachbarlandgefühl zu vermitteln, was lernt der in einem langen Heimaturlaub? Und was denkt der über Europa?

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