Das Münchner Kälteschutzprogramm gilt bundesweit als vorbildlich - mit einer kleinen Einschränkung: Die 850 Schlafplätze liegen weit weg von der Innenstadt. "Für Menschen, die sich in einer so ernsten Notlage befinden, dass sie sich keine Wohnung und kein Obdach leisten können, ist auch der Erwerb eines Fahrscheins bis zu den Kälteschutzräumen in der Bayernkaserne häufig ein ernstes Problem", schließen die Rathaus-Grünen aus den Belegungszahlen: Das Platzangebot sei oft nur zur Hälfte ausgelastet. Die Stadtratsfraktion der Grünen/Rosa Liste hat deshalb beantragt, Bedürftigen die Fahrscheine bis zur Bayernkaserne und zurück zur Innenstadt gratis zur Verfügung zu stellen. Bislang gab es nur in besonderen Härtefällen, etwa für Gebrechliche und Kranke, MVV-Tickets, die aus Spenden finanziert wurden. "Es ist einfach unrealistisch anzunehmen, dass Obdachlose von der Innenstadt, wo sich die meisten tagsüber aufhalten, zu Fuß durch die teilweise extreme Kälte bis nach Freimann laufen", erklärte Stadtrat Dominik Krause. Er forderte daher die Stadtverwaltung auf, Finanzierungsmöglichkeiten für die Fahrten zur Bayernkaserne zu finden. Nur so sei Bedürftigen der Zugang tatsächlich zu gewährleisten.