Kurzentschlossene können an diesem Dienstag zwischen zwei Kabarett-Neuheiten wählen. Im Lustspielhaus präsentiert Dirk Stermann – im Duo mit Christoph Grissemann vor allem als Gastgeber von „Willkommen Österreich“ bekannt – sein zweites Soloprogramm „20 Spritzer bis Amstetten“. In dem der deutsche Wiener vom „IC Österreich“ aus die Alltagsabsurditäten seiner Wahlheimat sekkiert (5. Mai). Und nebenan im Vereinsheim beleuchtet sich Österreichs Großkabarettist Thomas Maurer – kurz nach der München-Premiere seines regulären Programms – die komische Seite der Werke von Franz Kafka (5. Mai).
Zwei Tage später gehen Hardcore-Komik-Connaisseure in die Lach- und Schießgesellschaft und nicht in den Circus Krone. Denn der Austrofred, nicht nur einer der besten Freddy-Mercury-Impersonators, sondern auch ein vor Schmäh und Humor sprühender Kolumnist und Literat, wird seine Blütenlese „Greatest Hits – Latest Hits“ hier nur einmal präsentieren (7. Mai).
Außerdem ist der Circus Krone am ersten von den drei Abenden schon so gut wie ausverkauft, an denen Helge Schneider befiehlt: „Ellebogen vom Tich!“ Zu dem größten lebenden Musikkabarett-Comedy-Improvisator und seinen aberwitzigen, ebenso hochnotkomischen wie hochmusikalischen Stegreif-Albereien geht man also besser an den Tagen danach (7. bis 9. Mai).
Danach zeigt sich der Kabarett-Mai ungewohnt Premieren-geizig. Neues gibt es ausschließlich von Projekt-bezogenen Ensembles. Was streng genommen schon für den kommenden Mittwoch gilt. Denn das bewährte Krawall-Komikerduo Michael Altinger und Alexander Liegl holt sich in seinem rund um Pleiten, Pech und Pannen aufgebauten Programm „Rampensäue, frisch geschlachtet“ ja immer illustre Gäste mit auf die Bühne. Diesmal Hannes Ringlstetter, Eva Karl Faltermeier und Stephan Zinner. Für Fußball-Fans wichtig: Die Vorstellung beginnt um 19.30 Uhr früh genug, direkt danach wird im Saal das Halbfinal-Rückspiel Bayern München gegen PSG übertragen (6.5.).

Ab dem 12. Mai ist es dann wieder einmal Zeit für eine der Lustspielhaus-Eigenproduktionen. Die üblichen Verdächtigen samt Neuzugängen, namentlich Sven Kemmler, Jochen Malmsheimer, Nessi Tausendschön, Christl Sittenauer, Ulan & Bator, Dagmar Schönleber, Bernd Gieseking, Sandra Da Vina, Moses Wolff und Gastgeber Till Hofmann nehmen sich für ihre Klassiker-Zerschredderei nach Robin Hood oder Moby Dick diesmal Homer vor. In „Die Odyssee – Durst ist schlimmer als Heimweh“ geht es um ..., ach, lassen wir das die Protagonisten selber erläutern: „Das im feinfühligen Umgang mit epochalen Stoffen vertraute Ensemble nimmt Sie mit auf eine mythische Reise. Erleben Sie hautnah sämtliche unklaren Umstände rund um Erwin Odysseus (nach Trojanischem Krieg verreist) und seine zehnjährige Irrfahrt nach Hause“ (12. bis 15. Mai).
Eine fast ebenso lange Lustspielhaus-Tradition sind die Gastspiele der Science Busters. Das Wiener Wissenschaftler-Kollektiv rund um den kabarettistischen Moderator Martin Puntigam bereitet seit 2007 die nüchternen Facts der Naturwissenschaften mit witzigen Fragerunden und effektvollen Live-Experimenten volksnah auf und bringt sie damit zugleich gegen Verschwörungstheorien und Esoterik in Stellung.

Im neuen von inzwischen weit über 100 Programmen geht es um den „Weltuntergang für Fortgeschrittene“. Puntigam, der Astronom Florian Freistetter und der Molekularbiologe Martin Moder beschäftigen sich also mit dem Ende des Universums, des Lebens und der Menschheit. Aber auch mit den Dingen, die kein Ende kennen – Long Covid, Aberglaube, Verschwörungserzählungen, strahlendem Atommüll oder Pi. Nach dem Urknall ist vor dem Urknall. Greifen Sie also zu beim Weltuntergang to go, bevor es zu spät ist (23. und 24. Mai).
Schließlich sei noch auf die nächste, immerhin schon 25. Ausgabe der Volksshow im Volkstheater hingewiesen. Ex-Titanic-Chefredakteur Moritz Hürtgen hat in seinem Late-Night-Show-Format diesmal Lena Kupke (bekannt aus Till Reiners Reihe 3sat-Show „Happy Hour“) und Fabian Grischkat zu Gast, der zuletzt das passend betitelte Buch veröffentlichte: „Keine Zukunft ist auch keine Lösung“ (18. Mai).

