Magazino

Die Tochter einer Apothekerin hatte ihm von dieser Maschine erzählt, die er am liebsten gleich nach Hause getragen hätte. Von einem Roboter, der das richtige Medikament aus Hunderten von Fächern auswählte, der nicht, wie seine Roboter-Kollegen in den Autofabriken, nur Bewegungen wiederholte, sondern verstand. Einen solchen Gehilfen wünschte sich Frederik Brantner damals für seine Wohnung. Er versammelte Bekannte im Büro seines Vaters, zum Fantasieren, zum Tüfteln. Für dein Wohnzimmer aber, sagten die, sei so ein Ding viel zu kompliziert, vergiss es. In Warenlagern aber, das könnte funktionieren. Es funktionierte. Brantner, 32 Jahre alt, baut mit seiner Münchner Firma Magazino, die er vor vier Jahren mitgründete, intelligente Maschinen für die Logistikbranche, auch für Apotheken. Die Roboter fahren sehend durch die Lager, entscheiden jedes Mal aufs Neue, wonach sie als Nächstes greifen. Siemens beteiligt sich an der Firma, das Büro an der Landsberger Straße misst mehr als 550 Quadratmeter. In München verstünden die Investoren eben, was eine Firma wie Magazino wolle, sagt Brantner. Denn hier in München verstehe man etwas von Maschinenbau.

7. November 2016, 15:392016-11-07 15:39:05 © sz.de/imei