Bragi

Man kennt das aus den Fernsehshows am Samstagabend, der Moderator kündigt die nächste Attraktion an, den nächsten Gast, doch plötzlich hält er inne. Sein Blick verrät, dass der Assistent im Ohr flüstert, die Hilfe aus dem Off. Solch einen Assistenten will Nikolaj Hviid jedem bieten, er entwickelt kabellose Kopfhörer, die sich über Bluetooth mit dem Handy verbinden. Die nicht nur Musik abspielen, sondern mit ihren 27 Sensoren den gesamten Besitzer ergründen. Seinen Herzschlag, seine Schritte, seinen Kalorienverbrauch; die Maschine im Ohr weiß alles. Auch Apple hat im vergangenen September solche kabellosen Kopfhörer vorgestellt, Samsung hat ein eigenes Modell auf den Markt gebracht. Die sogenannten "Earables" sollen nach den "Wearables", also tragbaren Computern wie intelligenten Armbändern, das nächste Ding sein. Immerhin hat Hviid schon vor zwei Jahren mehr als drei Millionen US-Dollar eingesammelt, und zwar nicht von klassischen Investoren, sondern über die Internetplattform Kickstarter. Also Unterstützern, die schon damals hofften, dass sie sich irgendwann einen Assistenten aus der Sendlinger Straße ins eigene Ohr setzen können.

Bild: Alessandra Schellnegger 7. November 2016, 15:392016-11-07 15:39:05 © sz.de/imei