Nachrichten aus dem jungen München:Podcast mit Klatsch, DIY mit Expats

Lesezeit: 2 min

Beim Hören des Podcasts von Lea Dakowski und Lina Kempenich bekommt man direkt das Gefühl, als würde man mit den beiden Freundinnen am Küchentisch sitzen. (Foto: Philipp Wortmann)

Lea Dakowski, 25, und Lina Kempenich, 26, starten den Gossip-Kanal "Juice". Und Francesca Brignoli, 27, Goanetse Legoale, 27, und Porter Garr, 20, fördern die Kreativität.

Von Leila Herrmann und Eva Pramschüfer

Gossip vom Küchentisch

Es kennen wohl alle die Situation, im Café Gespräche vom Nebentisch zu hören. Oder sich in der WG-Küche über das Drama in der Nachbarschaft, ein ausgeartetes Familienfest oder Liebeleien im Sportverein auszutauschen. Intime, witzige und "juicy" Storys wie diese erzählen sich Lea Dakowski, 25, und Lina Kempenich, 26, schon, seit sie sich 2017 bei ihrem Kommunikationswissenschaftsstudium an der LMU München kennengelernt hatten. Jetzt tauschen die besten Freundinnen diese Geschichten nicht mehr nur gegenseitig aus, sondern teilen sie nun auch öffentlich über ihren Podcast "Juice", der im März dieses Jahres über das Münchner Podcast-Studio Kugel & Niere gestartet wurde.

Die Geschichten beruhen auf wahren Begebenheiten und stammen von den Hörerinnen und Hörern selbst - echter Gossip also. "Uns ist es aber ganz wichtig, dass wir respektvoll mit den Protagonistinnen und Protagonisten unserer Geschichten umgehen und ihnen auf Augenhöhe begegnen. Vor allem, weil die Storys aus der Community kommen und die Leute uns mit ihrer Geschichte vertrauen", sagt Lea. Deshalb anonymisieren sie Namen, Orte und weitere persönliche Informationen, die für die Geschichten irrelevant sind. Sie wollen ihre Hörerinnen und Hörer unterhalten und eine Atmosphäre wie in einem Freundeskreis schaffen. Beim Hören bekommt man direkt das Gefühl, als würde man mit den beiden Freundinnen am Küchentisch sitzen. "Uns allen passieren mal absurde, komische oder peinliche Dinge", sagt Lina. "Es ist uns wichtig, dass am Ende alle gemeinsam darüber lachen können."

Francesca Brignoli, Goanetse Legoale und Porter Garr (nicht auf dem Bild) haben den DIY-Treffpunkt Candaze ins Leben gerufen. (Foto: Porter Garr)

Moodboards und Mimosas

Francesca Brignoli, 27, Goanetse Legoale, 27, und Porter Garr, 20, kommen aus den unterschiedlichsten Ecken der Welt: Südafrika, Italien und den USA. Was sie vereint? Alle fanden ihren Weg nach München und waren sich einig: Hier fehlt ein Ort, an dem man als Expat bei kreativen Projekten zusammenkommen kann.

Als sie sich über Bumble Friends kennenlernen, beschließen sie, die Events zu organisieren, die sie sich bei ihrer Ankunft selbst gewünscht hätte - und Candaze war geboren. "Man sieht doch immer diese coolen DIY-Projekte in den sozialen Medien und nimmt sich vor, sie irgendwann zu probieren", sagt Goanetse, Netsie genannt. "Aber das Leben ist hektisch und man vergisst diese kleinen Ideen schnell. So sind wir auf Candaze gekommen: Wir holen diese DIY-Projekte aus dem Instagram-gespeichert-Ordner ins echte Leben."

In der Veranstaltungsreihe dreht sich alles um Kreativität: Bei ihren Events kann man Keramik bemalen, Moodboards basteln oder Kekse dekorieren. "Für uns steht im Zentrum, eine Gemeinschaft zu kreieren, die einen sicheren Ort für alle bietet, um Neues zu probieren und Menschen kennenzulernen", erklärt Francesca.

Das Konzept: Man kauft ein Ticket für eines der monatlich wechselnden Events und kommt allein oder mit Gesellschaft, Candaze organisiert den Rest - von Musik, über Verpflegung bis zu den benötigten Utensilien. "Anfang des Jahres haben wir unser 'Moodboard & Mimosas'-Event veranstaltet, wo wir Collagen gebastelt und Mimosas getrunken haben, im Dezember bei 'Cookies & Cocktails' haben wir Weihnachtskekse dekoriert", sagt Porter.

Wer allein kommt, muss nicht nervös sein, sagt Netsie: "Das Konzept macht es einem sehr leicht, mit neuen Menschen ins Gespräch zu kommen, ohne dass es unangenehm wird. Man muss nicht die üblichen Smalltalk-Fragen stellen, weil man etwas Kreatives vor sich hat, worauf man seine Aufmerksamkeit lenken und worüber man sprechen kann."

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