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Jugendkultur:Hört, hört

Verleihung des Jugendradiopreises

Von Dirk Wagner

Online-Freundschaften hätten den Vorteil, dass das Aussehen beim Kennenlernen keine Rolle spielt, sagen Tizian und Valentin. Beide sind elf Jahre alt, gehen auf die Montessori-Schule und sind in einer Jugendredaktion auf webhelm.de aktiv, einem Info-Angebot für pädagogische Fachkräfte und interessierte Erwachsene. In einem Podcast unterhalten sich Tizian und Valentin mit dem Medienpädagogen Ulrich Tausend darüber, was Online-Freundschaften von normalen Freundschaften unterscheidet. Dabei werden die Vorteile ebenso hervorgehoben wie mögliche Gefahren. Für Daniel Aberl, einen Mitarbeiter des Medienzentrums München, könnte dieser Beitrag einer der Sieger des heuer unter das Motto "Radio for Future" gestellten Jugendradiopreises sein. Dieser zählt zu den herausragenden jugendkulturellen Wettbewerben in Bayern; in den Beiträgen spiegeln sich aktuelle Befindlichkeiten, Wünsche und Sorgen der jungen Generation wider.

77 bayernweit eingereichte Klangbeispiele hat Aberl dafür im Auftrag des "Bayerischen Jugendrings" und des "JFF - Institut für Medienpädagogik" einer fünf-köpfigen Fachjury weitergeleitet. Kurze Audioclips waren dabei ebenso zu hören wie lange Radiofeatures. Natürlich ging es darin heuer auch sehr oft um Corona und die damit verbundenen neuen Lebensverhältnisse. Beachtlich findet Aberl, dass viele der eingereichten Beiträge nicht nur die eigene Lebenssituation der Jugendlichen thematisieren. So stellt zum Beispiel Radio Klangbrett aus Aschaffenburg eine nach Peru geflohene Venezolanerin vor, die über Internet mit der Redaktion in Bayern kommuniziert. Aufgrund des Lockdowns im Frühjahr war solche Kommunikationstechnik heuer aber auch innerhalb einer Redaktion ein wichtiges Werkzeug, mit dem die jungen Redakteure trotz Ausgangssperre Themen gemeinsam bearbeiten konnten.

Die Preisverleihung ist am Samstag, 3. Oktober, von 18 Uhr an auf M94.5, dem Radiosender der Mediaschool Bayern, zu hören. Dabei werden einige der prämierten Beiträge vorgestellt. Zusätzlich gibt es einen Blick ins Sendestudio auf dem YouTube-Kanal der Dein Life-Jugendredaktion des Medienzentrums München (bit.ly/deinlifeyoutube).

© SZ vom 02.10.2020
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