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Jugendhilfe:Soziale Kontakte auch im Lockdown

Stadt erarbeitet Konzept für Kinder, sollte sich die Corona-Krise wieder verschärfen

Von Sophia Kaiser

Schulen geschlossen, soziale Kontakte eingeschränkt, das Familienleben auf engem Raum begrenzt: Die Zeit des Lockdowns im Frühjahr war für Kinder und Jugendliche eine besondere Herausforderung. Um bei erneuten, härteren Einschränkungen durch die Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie Benachteiligungen für Kinder zu vermeiden oder zumindest abzumildern, haben das Jugendamt und Vertreter der Jugendhilfe konkrete Vorschläge erarbeitet. Diese wurden nun bei der Sitzung des Kinder- und Jugendhilfeausschusses am Dienstag von Sozialreferentin Dorothee Schiwy vorgestellt.

Besonders wichtig sei es demnach, Kindern und Jugendlichen bei einem erneuten Lockdown ausreichend Bewegung zu ermöglichen. So sollen vor allem Kinderspielplätze sowie Bolz- und Sportplätze geöffnet bleiben und eine erneute komplette Schließung von Schulen und anderen Bildungseinrichtungen vermieden werden. Gerade im Bezug auf Schulen gelte es, die durch den Lockdown verschärfte Bildungsungleichheit nicht noch weiter zu vergrößern. Kinder und Jugendliche sollen darüber hinaus - neben den Familienmitgliedern - auch noch Kontakt zu mindestens einem weiteren engen Freund haben dürfen. Jugendamtschefin Esther Maffei wies darauf hin, dass soziale Kontakte in einem erneuten Lockdown unbedingt priorisiert werden müssten.

Sozialreferentin Schiwy betonte, dass eine ausreichende sozialpädagogische Betreuung von belasteten Familien und deren Kindern während einer erneuten Verschärfung der Krise garantiert werden müsse. Eine Voraussetzung dafür sei, dass Fachkräfte mit genügend Schutzausrüstung ausgestattet würden. Kinder, Jugendliche und Familien, die im Kontakt mit dem Jugendhilfesystem stehen, sollen außerdem schnell und kostenlos getestet werden können. Notfallschlafplätze und Schutzstellenplätze für Mädchen und junge Frauen müssten ebenfalls weiterhin zur Verfügung stehen.

Laut Dritter Bürgermeisterin Verena Dietl (SPD) seien die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen auch ein wichtiger Punkt bei den regelmäßigen Sitzungen des Krisenstabs. Die nun erarbeiteten Lösungsvorschläge dienten vor allem der längerfristigen Planung im weiteren Verlauf der Pandemie.

© SZ vom 07.10.2020
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