Süddeutsche Zeitung

Jüdisches Leben in Bayern:Vorurteile abbauen

Drei Online-Seminare widmen sich jüdischem Leben in Bayern

Von Marleen Beisheim

Was haben Salamander-Schuhe und Levi's Jeans gemeinsam? Ihre Erfinder, Rudolf Moos und Levi Strauss, waren jüdisch und aus Bayern. Solche Biografien über Jüdisches in Bayern zeigt die interaktive Wanderausstellung "Mit Davidstern und Lederhose - Jüdische G'schichtn on Tour". Der Ausstellungsauftakt muss coronabedingt verschoben werden. Nun geben aber drei Online-Seminare Einblicke in das Projekt. Das Hauptziel bleibt dasselbe: antisemitische Vorurteile und Verschwörungsmythen aufklären. Die jüdische Bildungseinrichtung Europäische Janusz Korczak Akademie (EJKA) hat die Ausstellung und die Online-Seminare organisiert.

Beim ersten Termin dreht sich alles um die Wanderausstellung. Eva Haller, im Vorstand der EJKA, stellt die Beweggründe und Ziele des Projektes vor. Außerdem werden einige künstlerische Objekte der Ausstellung gezeigt.

Das zweite Seminar ist eine Zeitreise. Im Gespräch mit dem Historiker Alexander Langheiter begeben sich die Teilnehmenden auf die Spuren jüdischen Lebens in Bayern. "Wenn es um jüdisches Leben in Bayern in der Vergangenheit geht, dann ist der Schwerpunkt aber ganz klar nicht auf der Shoah, eben um zu zeigen, wie vielfälitig jüdisches Leben in Bayern ist, und um einen neuen Zugang zu dieser Thematik herzustellen", sagt EJKA-Medienreferentin Antonia Pfeiffer.

Der dritte Termin bieten dann aber einen Perspektivenwechsel. Max Feldmann blickt auf die Entwicklungsgeschichte antisemitischer Vorurteile und Verschwörungsmythen. Außerdem wird ein Ausschnitt aus der BR-Dokumentation "Shalom Aleikum - Meet a Jew" (2019) gezeigt. Im anschließenden Gespräch mit der Regisseurin Andrea Roth geht es um ihren Film und ihre derzeitige Arbeit mit der jüdischen Gemeinschaft in Bayern.

Die drei 45-minütigen Online-Seminare bauen zwar aufeinander auf, aber man kann auch nur an einem Termin teilnehmen. Auf jeden Fall geht es in den Seminaren um mehr als Davidsterne und Lederhosen. "Dadurch, dass wir zeigen wie vielfältig jüdisches Leben in Bayern ist, wollen wir Vorurteilen entgegenwirken", so Antonia Pfeifer.

Jüdisches Leben in Bayern, je Dienstags am 1., 8. und 15. Dez., 18 Uhr, Anmeldung zu den Online-Seminaren unter MiriamVynograd@ejka.org

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Quelle:
SZ vom 30.11.2020
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