Was für ein gigantisch aufrauschendes, spätimpressionistisches Finale – wie bei Schreker oder Korngold: Judita hat da gerade den Gegner ausgeschaltet, indem sie den asyrischen Feldherrn Holofernes in seinem Lager verführte und anschließend köpfte. Der Chor preist sie als ihre Retterin. Judita aber überstrahlt alle. Schon das Finale erster Akt dominierte Sofija Petrović, die für die erkrankte Annika Schlicht eingesprungen war, mit einer elegischen Arie, gab ihrem Gebet im 4. Bild eine große Aura, bewies bei ihrer Auseinandersetzung mit dem Volk oder Holofernes musikdramatische Brisanz. Vor allem das Finale von Frano Paraćs „Judita“, uraufgeführt 2000, klingt dann überbordend gleißend und enorm effektvoll, vom Kroatischen Rundfunkchor ebenso exzellent gesungen wie von Petrović mit Durchschlagskraft und betörendem Lirico-spinto-Sopran dargeboten.
Konzertante Oper „Judita“ im PrinzregententheaterHolofernes wird stimmgewaltig verführt
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Das Münchner Rundfunkorchester und der Kroatische Rundfunkchor begeistern im Prinzregententheater mit der konzertanten Aufführung von Frano Paraćs Oper „Judita“.
Kritik von Klaus Kalchschmid
