Was läuft im Jazz?Die Münchner Jazz-Highlights zum Start ins neue Jahr

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Werkeln am 23. Januar in der Unterfahrt am typischen modernen US-Jazz: Pianistin Kris Davis (links) mit Bassist Robert Hurst und Schlagzeuger Johnathan Blake.
Werkeln am 23. Januar in der Unterfahrt am typischen modernen US-Jazz: Pianistin Kris Davis (links) mit Bassist Robert Hurst und Schlagzeuger Johnathan Blake.
Ssirus Pakzad

Mit dem Leo Betzl Trio, Joerg Widmoser, Geoff Goodman und Olga Dudkova schlägt die Stunde der Lokalmatadoren.

Von Oliver Hochkeppel

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Auch nach dem Jahreswechsel dürfen in München zunächst vor allem einheimische Jazzer brillieren, beispielhaft am Unterfahrt-Programm erkennbar. Los geht es dort mit LBT, dem Leo Betzl Trio, seit einigen Jahren die vielleicht janusköpfigste Jazzband überhaupt. Denn zum einen wurde sie für den von ihr miterfundenen und vom Bassisten Maximilian Hirning geschriebenen Techno-Jazz im akustischen Trio-Format bekannt. Zum anderen pflegt sie aber auch den mal groovenden, mal neoromantischen Modern Jazz, für den Bandleader Betzl als Komponist steht. Inzwischen gibt es für jede Seite der Band-Medaille einen anderen Schlagzeuger: Gründungsmitglied Sebastian Wolfgruber bleibt für den Modern Jazz an Bord, den Techno-Jazz hat Tim Sarhan übernommen, den man vor allem als Drummer von Komfortrauschen kennt. Mit den aktuellen Programmen ihrer beiden Facetten ist das LBT jetzt zu sehen, am 2. Januar mit „Abstrakt“, am 3. mit „Techno“.

Der schwäbische Trompeter Joo Kraus hat auch schon so oft und mit so vielen Münchnern gespielt, dass er fast als Einheimischer durchgeht. Nun stellt er sein neues Album „No Excuse“ vor, wieder einmal eine musikalische Wundertüte, in der diverse Spielarten des Jazz stecken, aber auch von Nick Cave, den Commodores oder Pink Floyd inspirierte Songs (10. Januar.).

Ein Jazz-Trompeter, der immer für Pop und Hip-Hop offen war: Joo Kraus stellt sein neues Album "No Excuse" vor.
Ein Jazz-Trompeter, der immer für Pop und Hip-Hop offen war: Joo Kraus stellt sein neues Album "No Excuse" vor.
Rob Stirner

Mit dem Geiger Joerg Widmoser und dem Klarinettisten Stephan Holstein samt Pianist Tizian Jost, Bassist Thomas Stabenow und Schlagzeuger Walter Bittner als Rhythmusgruppe haben sich einige der verdientesten Recken der bayerischen Szene zu einem Charlie-Parker-Abend zusammengefunden. Und bescheren dem Unterfahrt-Publikum die wichtigsten Preziosen, aber auch manche Überraschung aus Parkers Musik für die Ewigkeit (14. Januar).

Zum festen Kern der Münchner Szene gehört seit nun drei Jahrzehnten auch der amerikanische Gitarrist Geoff Goodman. Mit seinen poetischen, vom Folk Amerikas wie Asiens inspirierten Stücken hat er eine unverwechselbare eigene Handschrift entwickelt. Zu hören auch in seinem wunderbaren Trio Criss Cross mit Saxofonist Matthieu Bordenave und Schlagzeuger Bastian Jütte, das er für den Abend am 16. Januar noch um den Trompeter Matthias Lindermayr erweitert hat (Unterfahrt).

Fernanda von Sachsen erinnert in "Das gab's nur einmal" an den fast vergessenen Remigranten Richard Werner Heymann, der zahlreiche Evergreens geschrieben hat.
Fernanda von Sachsen erinnert in "Das gab's nur einmal" an den fast vergessenen Remigranten Richard Werner Heymann, der zahlreiche Evergreens geschrieben hat.
Oliver Hochkeppel

Eine eigene Unterfahrt-Abteilung kann man für hiesige Sängerinnen aufmachen. Da präsentiert zunächst die aufstrebende Fernanda von Sachsen noch einmal ihr zusammen mit Marina Schlagintweit ersonnenes, wirklich überzeugendes Werner-Richard-Heymann-Programm „Das gab’s nur einmal“ (4. Januar). Dann stellt die aktuelle Bayerische Jazzförderpreisträgerin Olga Dudkova ihr junges Quintett und ihre neue Single „Makin’ Love“ vor (8. Januar).

Was nun nicht heißen soll, dass Münchens Vorzeige-Jazzcub im Januar keine internationalen Größen anlocken würde. Vom Piano-Veteranen Kirk Lightsey (8. Januar) über die „Stimme Galiziens“ Verónica Ferreiro (mit dem herausragenden Gitarristen Javier Sánchez, 9.), die „französisch-britische Esperanza Spalding“ Amy Gadiaga (17.) und dem dänischen Gitarren-Jungstar Teis Semey (18.) bis zur kanadischen Pianistin Kris Davis (23.) mit ihrem aktuell alle Festivals bereisenden Trio reicht die Palette.

Und der Berliner Pianist und Brad-Meldau-Schüler Benjamin Lackner hat für sein neues Album„Spindrift“ ein internationales All-Star-Quintett rekrutiert, das reichlich Glanz in die Unterfahrt-Hütte bringt: Neben dem französischen Drummer Matthieu Chazerenc spielen die amerikanische Star-Bassistin Linda May Han Oh, der norwegische Mathias Eick und der polnische Saxofonist Maciej Obara (beide ECM-Künstler und „BMW Welt Jazz Award“-Gewinner) an seiner Seite (11. Januar).

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