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Jazz:Von soulig bis dystopisch

Pressebild Ark Noir_(c) Lukas Diller

Kreieren ganz fröhlich düstere Sounds: Marco Dufner, Robin Jermer, Moritz Stahl, Sam Hylton und Tilman Brandl (von links) sind Ark Noir.

(Foto: Lukas Diller)

Vier Genre-überschreitende Bands streamen in dieser Woche aus der Unterfahrt: Gitarrist Geoff Goodman stellt sein neues Album vor, und die jungen "Esau's Misery" präsentieren ihren ganz eigenen souligen Sound.

Von Oliver Hochkeppel

Ausgangsbeschränkungen hin oder her, die Meisten werden trotzdem zur Arbeit gehen müssen. Dank der Livestream-Konzerte der nimmermüden Unterfahrt dürfen dies sogar einige Jazzmusiker. Vier Bands, die das Genre bewusst sprengen, sind in dieser Programmwoche an der Reihe. Gleich am 10. Dezember stellt Gitarrist Geoff Goodman sein neues Album "The Opposite of What" vor. Samt seinem neuen, exquisten Quintet, in dem Henning Sieverts am Bass, Michael Griener am Schlagzeug und in tragender Rolle die zwei Holzbläser Mathieu Bordenave und Rudi "Roter Bereich" Mahall seine experimentellen Kompositionen beleben. Bei Esau's Misery pflegen vier der besten jungen deutschen Jazzer (der Jüngste ist 17, der Älteste 22) rund um Saxofon-Jungstar Jakob Manz einem von der Romantik bis zum Modern Jazz inspirierten souligen Sound (11.12.). Das seit 13 Jahren in der Besetzung Beate Wein am Klavier, Aaron Christ am Schlagzeug und Matyas Wolter an der Sitar musizierende Pulsar Trio klingt schon dank der Sitar global, vernetzt seine stets melodiösen, oft an Filmmusik erinnernden Stücke aber auch mit Elektronik und Break-Beats (12.12.). Die fünf Lokalmatadoren von Ark Noir schließlich nennen ihr hypermodernes, unverwechselbare Klangkonzept selbst "Electronic Alternative Experimental Jazz." Rau, gerne düster, oft elektronisch klingend (dabei akustisch gespielt) und von Visuals begleitet, vertonen sie im Programm "Tunnel Visions" druckvoll und spannungsgeladen die dystopischen Aspekte der heutigen oder zukünftigen Gesellschaft.

Geoff Goodman, Do., 10. Dez., Esau's Misery, Fr., 11. Dez., Pulsar Trio, Sa., 12. Dez., Ark Noir, Di., 15. Dez., 20 Uhr, Unterfahrt, www.unterfahrt.de

© SZ vom 10.12.2020
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