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Jazz:Mindestens riesig

Die Jazzbar Vogler feiert ihr 23-Jähriges mit erlesenen Duetten

Von Oliver Hochkeppel

23 ist kein runder Geburtstag, aber für die Jazzbar Vogler zählt jedes Jahr doppelt und dreifach. Ein privat und ohne Förderung geführter Nischen-Live-Musik-Laden ist am Hochpreis-Standort München ein kleines Wunder, möglich nur durch Idealismus, Selbstausbeutung und Sturheit seines Betreibers Thomas Vogler. Weil Vogler eine gerne in manches Gefecht ziehende Ein-Mann-Armee ist, war er einer der ersten, die mit den Lockerungen wieder loslegten. Vom 27. bis 31. Juli hat er jetzt ein "23-Jahre-Vogler-Programm" zusammengestellt, das man in Anbetracht der Umstände durchaus "mindestens pyramidal" finden kann, wie es in seinem Newsletter steht.

Den Auftakt darf ein weiteres Geburtstagskind bestreiten: Schlagzeuger Xaver Hellmeier ist nur vier Jahre älter als die Jazzbar, aber trotz seiner Jugend mehr Traditionalist als Avantgardist. Den doppelten Ehrentag begeht er im Trio mit Claus Raible am Piano und Giorgos Antoniou am Bass in vollendeter Bebop- und Hardbop-Manier. Danach folgen erlesene Duette mit herausragenden Pianisten. Groovemaster Mathias Bublath kommt mit seinem Buddy schon aus gemeinsamen New Yorker Zeiten Tim Collins am Vibraphon. Chris Gall ist danach erstmals im tête-à-tête mit dem Münchner Tenorsaxofon-Solitär Till Martin zu erleben. Der Tasten-Romantiker Walter Lang trifft auf den Saxofonisten Michael Hornstein, bevor Liviu Petcu und Sänger Vladimir Korneev den Reigen chansonesk ausklingen lassen.

23-Jahre-Vogler-Programm, Montag bis Freitag, 27. bis 31. Juli, 20 Uhr, Jazzbar Vogler, Rumfordstraße 17, reservation@jazzbar-vogler.com

© SZ vom 24.07.2020

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