Abschlusskonzerte des Münchner Jazz Instituts:Spannender Blick in die Zukunft

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Nach Stationen in Wien und Rotterdam ist der Trompeter Benjamin Stadler zurück in München. (Foto: Marco Van Der Heijden)

Bei den öffentlichen Abschlusskonzerten des Münchner Jazz Instituts in der Unterfahrt präsentiert sich der Nachwuchs – für manche ist dies der Beginn einer steilen Karriere.

Von Oliver Hochkeppel

Seit zwölf Jahren veranstaltet das Jazz Institut der Hochschule für Musik und Theater München öffentliche Abschlusskonzerte ihrer Absolventen, vorzugsweise im Jazzclub Unterfahrt, aber auch an anderen Spielorten. Nicht nur, weil es die Studienordnung so vorschreibt, sondern weil es allen Beteiligten etwas bringt: den Studenten einen echten Praxistest, ihnen und dem Institut erhöhte Aufmerksamkeit, und dem Jazz-Publikum einen spannenden Blick in die Zukunft. Haben doch etliche junge Jazzer nach ihren Abschlusskonzerten (manchmal sogar schon vorher) eine steile Karriere hingelegt.

Einige von diesen, von der Sängerin Enji über Sebastian Pfeifer oder Flurin Mück bis zu Marina Schlagintweit sind jetzt auch in den Bands vertreten, die sich die Prüflinge für ihre Abschlusskonzerte zusammengestellt haben.

Am Dienstag, 18. Juni, geht es mit zwei Schlagzeugern los. Der Amerikaner Nate Carruthers bringt sein frisch gegründetes Acoustic Hammer Trio mit dem britischen Holzbläser Edi May und dem amerikanischen Bassisten Ilan Gold an den Start, verstärkt um den kolumbianischen Gitarristen Oscar Mosquera. Im April gewannen sie mit dem zweiten Auftritt überhaupt den Gasteig Jazz Wettbewerb.

Khuslen Baasanbayar, ein Vertreter der äußerst fruchtbaren Kooperation mit der Hochschule im mongolischen Ulan Bator und ebenfalls bereits preisgekrönt, bietet mit dem Vibrafonisten Tim Collins, dem Bass-Professor Martin Zenker und dem durchstartenden jungen Pianisten Theo Kollross fast schon eine All-Star-Besetzung auf.

Tags darauf gehört die Unterfahrt-Bühne dann der kubanischen Sängerin und Gitarristin Lisay Torranzo Hernández, dann der Sängerin Amelie Scheffels und schließlich dem Bassisten Lukas Kranjc – alle Drei stehen für emotionale, dynamisch nuancierte und variantenreiche Musik, die Grenzen überschreitet. Kranjc stellt bei seinem Bachelor-Abschlusskonzert gleichzeitig sein Debütalbum unter dem eigenwilligen Titel „DAST3 In The Cosmos“ vor.

Emotional und dynamisch nuanciert: Sängerin und Gitarristin Lisay Torranzo Hernández. (Foto: Studioline Neuperlach)

Am 25. Juni geht es dann wieder mit einem Dreiergespann an den Blasinstrumenten weiter. Der aus München stammende Trompeter Benjamin Stadler stellt sich – mit einem top-besetzen Quintett – sozusagen als Heimkehrer vor, denn seine ersten akademischen Stationen waren Wien und Rotterdam. Auch der Bassklarinettist und Tenorsaxofonist Nico Siebeck präsentiert einen Soundtrack des eigenen Lebens. Altsaxofonist Luis Burger schließlich lotet den Spielraum aus, den seine Quartettbesetzung bietet.

Der vorerst letzte Termin, wieder mit drei Prüflingen, findet am 3. Juli im Saal X des Gasteig HP8 statt. Da treten der ebenfalls aus dem Mongolei-Programm kommende Saxofonist Munkhtemuulen Bayanjargal und der Trompeter Sebastian Kölbl an. Und zum Schluss trägt der chinesische Pianist Liu Lin, der in seiner Heimatstadt Shenyang bereits Dozent ist, sich aber hier noch im Masterstudium vervollkommnen wollte, den Ruf des Jazz Instituts in die Welt.

Abschlusskonzerte des Jazz-Instituts München, Dienstag und Mittwoch, 18. und 19. Juni, sowie Dienstag, 25. Juni, 20 Uhr, Unterfahrt, Einsteinstr. 42; Mittwoch, 3. Juli, 19 Uhr, Saal X, Gasteig HP8, https://jazz.hmtm.de

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