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Jazz:Heimspiel der jungen Wilden

In der Unterfahrt stehen mit Matthias Lindermayr einer der wichtigsten Trompeter Münchens sowie zwei Nachwuchsgitarristen auf der Bühne. In der Milla präsentiert sich der Rosenheimer Saxofonist Valentin Preissler mit seinem Quintett.

Von Oliver Hochkeppel

Matthias Lindermayr

Feine Linien, wilde Soli, harte Licks oder stimmlose Sounds – Matthias Lindermayr beherrscht an der Trompete alles.

(Foto: Conny Mirbach)

Trotz einiger kurzfristiger Absagen und Verschiebungen wegen der notwendigerweise größeren Reise- und Bewegungsrestriktionen: Er lebt, der Jazz. So ist beim nächsten Unterfahrt-Livestream-Konzert mit dem Trompeter Matthias Lindermayr einer der wichtigen hiesigen Vertreter der 30-something-Generation zu erleben, die München wieder zu einem vitalen und bedeutenden Spot der deutschen Jazzlandschaft gemacht haben. Wobei für seine Entwicklung sicher wichtig war, dass ihn sein Studium zwischenzeitlich auch nach Boston ans Berklee College of Music und nach Berlin geführt hat. Den so erweiterten Horizont brachte der Gewinner des Biberacher Jazzpreises, des Kurt Maas Awards, des Musikförderpreises der Landeshauptstadt München sowie des Bayerischen Kulturförderpreises seither oft ins Spiel, als Mitglied der Monika Roscher Bigband und der Funkrockband Schein etwa, als Sideman von Holger Scheidt oder Carlos Cipa, vor allem aber natürlich mit eigenen Projekten wie der NuJazz-Band Fazer und dem auf zwei Alben dokumentierten eigenen Quartett beziehungsweise Quintett. In der Unterfahrt präsentiert er nun ein neues Trio mit Philipp Schiepek an der Gitarre und Simon Popp an Schlagzeug und Perkussion, das das ganze Klangspektrum seiner Instrumente auslotet. Ein paar Tage danach starten dann wieder die Abschlusskonzerte des Jazzinstituts der Musikhochschule, diesmal mit den Gitarristen Simon Harscheid und Tomas Lukac, die bei Peter O'Mara studieren.

Auch abseits der Unterfahrt gibt es Jazz im Video-Konzertformat: Das Lustspielhaus setzt seine Reihe mit den von Mulo Francel präsentierten "Couch-Konzerten" fort. Am Freitag holt Francel in der Milla seinen früheren Schüler, den Rosenheimer Saxofonisten Valentin Preissler dazu, samt dessen mit Chris Gall am Klavier, Phillip Schiepek an der Gitarre, Nils Kugelmann am Bass und Sebastian Wolfgruber am Schlagzeug durchgängig mit aktuellen Stars der Münchner Szene besetzten Quintett. Gemeinsam stellen sie bereits die - mit lustigen Titeln wie "Kochkurs" versehenen - Stücke von Preisslers demnächst erscheinenden Debütalbum "Der wehmütige Elephant" vor.

Matthias Lindermayr Trio, Do., 21. Jan, 20 Uhr, Abschlusskonzerte Simon Harscheidt und Tomas Lukac, Di., 26. Jan., 19 und 20 Uhr, Unterfahrt, www.unterfahrt.de; Valentin Preissler Quintett, Fr., 22. Jan., 20 Uhr, Milla, www.lustspielhaus.de

© SZ vom 21.01.2021
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