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Jazz:Die hohe Schule des Klaviertrios

Joachim Kühn Trio

Jung und alt vereint, in jedem Fall Weltklasse: Das Trio mit Eric Schaefer, Joachim Kühn und Chris Jannings (von links).

(Foto: ACT Lena Semmelroggen)

Für den wegen Corona eigentlich ausfallenden Augsburger Jazzsommer konnte man zwei Live-Konzerte retten: Die Pianisten Olivia Trummer und Joachim Kühn geben Konzerte.

Von Oliver Hochkeppel

Schlagzeuger Tilmann Herpichböhm hätte kaum einen ungünstigeren Zeitpunkt erwischen können, als heuer den Augsburger Jazzsommer vom Bassisten Christian Stock zu übernehmen, der das Festival erfand und 27 Jahre lang leitete. Immerhin konnte man zwei Konzerte mit Publikum im Botanischen Garten retten - mehr als die meisten anderen Sommer-Festivals.

So geht es nun am 31. Juli mit der Pianistin und Sängerin Olivia Trummer los. Die 35-Jährige, die erst in Stuttgart, dann in New York klassisches und Jazzklavier studierte, sucht seit jeher den kantablen Brückenschlag zwischen den Genres - ob mit den eigenen, auf sechs Alben dokumentierten Projekten oder zuletzt an der Seite des Gitarristen Kurt Rosenwinkel. In Augsburg präsentiert sie ihr neues italienischen Trio mit Nicola Angelucci am Schlagzeug und Rosario Bonaccorso am Kontrabass. Am Mittwoch, 5. August ist alles dann auch schon wieder vorbei, allerdings immerhin mit einem der an einer Hand abzuzählenden deutschen Weltstars des Jazz. Und auch der Pianist Joachim Kühn, der in Paris, den USA und Spanien lebende Kosmopolit aus Leipzig, der mit eigenem harmonischem System und konkurrenzloser Spontanität allem stets seinen unverwechselbaren Stempel aufdrücken konnte, stellt ein neues Trio vor. Zu Chris Jennings am Bass ist nun Eric Schaefer am Schlagzeug dazugestoßen, der Weggefährte von Kühns legitimen Nachfolger Michael Wollny.

28. Augsburger Jazzsommer: Olivia Trummer, Freitag, 31. Juli; Joachim Kühn, Mittwoch, 5. Aug., 20.30 Uhr Botanischer Garten, Telefon 0186/700733

© SZ vom 30.07.2020

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