bedeckt München 25°

Jasmin Tabatabai:Auf der Pirsch

Unter den singenden Schauspielern ragt Jasmin Tabatabai heraus. Schon in den frühen Neunzigern mit ihrer Country-Rockband Even Cowgirls Get The Blues unterwegs, 1997 für den Soundtrack des Band-Blockbusters Bandits von Katja von Garnier gar mit einer Goldenen Schallplatte dekoriert, verführte sie der Schweizer Saxofonist David Klein beim gemeinsamen Dreh von Schloss Gripsholm schließlich zum Jazz. Es dauerte allerdings bis 2011, bis das entsprechende Album "Eine Frau" herauskam. Damit erwies sich die in Krailling aufgewachsene Tabatabai als lange vermisste, würdige Nachfolgerin von "Gesangsdarstellerinnen" wie Marlene Dietrich oder Hildegard Knef, die mit ihrer Persönlichkeit alles von Volkslied über Schlager bis Jazzstandard in berührende Chansons verwandeln können. Was sie auf dem neuen Album "Jagd auf Rehe" bestätigt, mit 15 Songs verschiedenster Provenienz: Von Schuberts klassischem "Ständchen" bis zu Annie Lennox' poppigem "Why", von Cole-Porter-Swing bis zum Beatles-Ohrwurm, vom persischen Volkslied bis zum Spaß-Chanson von Reinhard Mey. Alles überzeugend vorgetragen und von David Kleins Jazz-Quartett souverän begleitet.

Jasmin Tabatabai, "Jagd auf Rehe" (Jadavi)

© SZ vom 10.06.2020

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite