Mit der Jahreskarte ins MuseumSo günstig und stressfrei kann man Kunst genießen

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Das Bildnis des Tänzers Alexander Sacharoff von Alexej von Jawlensky, gemalt 1909, gehört zu den bekanntesten Gemälden im Münchner Lenbachhaus und zierte auch schon einmal eine Jahreskarte.
Das Bildnis des Tänzers Alexander Sacharoff von Alexej von Jawlensky, gemalt 1909, gehört zu den bekanntesten Gemälden im Münchner Lenbachhaus und zierte auch schon einmal eine Jahreskarte. (Foto: Städtische Galerie im Lenbachhaus)

Jahreskarten für Museen sind nicht nur günstig, sie nehmen auch den Druck, bei einem Besuch alles auf einmal sehen zu müssen, damit sich der Eintritt auch wirklich lohnt.  Ein attraktives Geschenk sind sie obendrein – nicht nur zu Weihnachten.

Von Evelyn Vogel

Und, schon alle Weihnachtsgeschenke besorgt? Sogar schon liebevoll verpackt und versteckt, damit die zu Beschenkenden ja nicht zu früh erraten, was für sie auf dem Gabentisch liegt? Oder bricht beim Stichwort Weihnachtsgeschenk eine Woche vor Heiligabend die Panik aus, weil der Gedanke, schon wieder ein Last-Minute-Geschenk erwerben zu müssen, den Blutdruck auf 180 treibt?

Wie wäre es dann mit einer Jahreskarte fürs Lieblingsmuseum in München? So mancher dürfte da überrascht sein, wie günstig das ist. Bei zwei bis drei Besuchen kann sich eine solche Jahreskarte schon amortisiert haben. Und eines darf man auch nicht vergessen: Geht man nur selten ins Museum, nimmt man sich meist viel zu viel vor. Will alles auf einmal sehen, und Zeit für einen Abstecher ins Museums-Café soll ja auch noch bleiben? Mit der Jahreskarte kann man sich auch mal gedanklich in nur eine Epoche, ein Genre oder einfach sein Lieblingsbild versenken – womöglich mit dem beschenkten Lieblingsmenschen.

Hier also ein paar Tipps, in welche Museen Münchens man so oft man mag für nicht allzu viel Geld gehen kann. Meist kann man die Karten online kaufen, in jedem Fall aber an den Museumskassen.

Das Museum Villa Stuck – hier der Musiksalon mit der Orpheus-Wand im historischen Teil – wurde technisch auf den neuesten Stand gebracht.
Das Museum Villa Stuck – hier der Musiksalon mit der Orpheus-Wand im historischen Teil – wurde technisch auf den neuesten Stand gebracht. (Foto: Jann Averwerser)

Bei den städtischen Museen lohnt sich das ganz besonders. So kosten die Jahreskarten fürs Lenbachhaus, die Villa Stuck und das Jüdische Museum regulär 25 Euro, ermäßigt 15 Euro. Dabei kann man selbst entscheiden, ab wann die Karte für ein Jahr gültig sein soll. Das kommt der individuellen Planung entgegen und kann wichtig werden, wenn beispielsweise irgendwo temporär was geschlossen wird. Beispiel Lenbachhaus: Wegen eines Ausstellungsumbaus ist „Der Blaue Reiter“ vom 26. Januar bis 8. März 2026 eingeschränkt zu sehen. Und die Villa Stuck muss im Frühjahr 2026 nochmal für wenige Wochen schließen, weil die Außenbereiche neu angelegt werden und auch die Vollendung des Foyers und des Cafés noch anstehen.

Der Eintritt ins NS-Dokumentationszentrum ist übrigens generell kostenlos. Das Stadtmuseum, das derzeit wegen der Sanierung geschlossen ist, bietet nur eine kleine Sonderschau im Zeughaus an, die ebenfalls kostenlos besucht werden kann. Überdies haben einige Museen einmal im Monat eine kostenlose Abendöffnung, meist ab 18 Uhr bis 22 Uhr (einfach auf den Internetseiten Ausschau danach halten).

Während die Jahreskarten für die städtischen Museen hübsch einheitlich sind, herrscht bei den staatlichen Häusern ein Flickenteppich: unterschiedliche Preise, unterschiedliche Gültigkeiten, manche bieten Jahreskarten an, andere nicht. Fast alle machen aber beim Ein-Euro-Sonntag mit. Das ist einerseits toll, andererseits sind die Ausstellungen dann oft überlaufen und man muss genau hinschauen, ob aktuelle Sonderausstellungen nicht extra gezahlt werden müssen. Das muss man tatsächlich auch bei den Jahreskarten beachten: In seltenen Fällen sind die Sonderausstellungen nicht inkludiert.

Der Spielzeug-Roboter „Shogun Raydeen“ von Mattel aus dem Jahr 1976 ist in der aktuellen „Robotics“-Ausstellung des Designmuseums in der Pinakothek der Moderne zu sehen.
Der Spielzeug-Roboter „Shogun Raydeen“ von Mattel aus dem Jahr 1976 ist in der aktuellen „Robotics“-Ausstellung des Designmuseums in der Pinakothek der Moderne zu sehen. (Foto: Die Neue Sammlung (K. Mewes))

Der Preis für die Jahreskarte der Staatlichen Gemäldesammlungen klingt zwar erstmal happig, lohnt sich aber, denn sie gilt für die Alte Pinakothek, die Pinakothek der Moderne (mit Architekturmuseum, Graphischer Sammlung sowie Designmuseum – Die Neue Sammlung), das Museum Brandhorst, die Sammlung Schack sowie sämtliche Zweiggalerien der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen. Der reguläre Preis liegt bei 90 Euro, ermäßigt bei 60 Euro. Die Jahreskarte ist gültig für alle genannten Museen und alle Sonderausstellungen. Der Beginn der Gültigkeit ist wie bei einigen anderen frei wählbar, muss aber nach Kaufabschluss im Rahmen der Personalisierung der Karte angegeben werden. Deshalb gibt es hier wie auch in anderen Museen die Möglichkeit, einen Gutschein zu verschenken, den die beschenkte Person dann für eine personalisierte Jahreskarte mit individuellem Startdatum verwenden kann.

Das Haus der Kunst bietet zwei verschiedene Jahreskartenvariationen an: Der Standard ist die „Haus der Kunst 365“ für 50 Euro. Bei ihr kann man für 40 Euro einen Partner hinzufügen, sodass sie für zwei Personen 90 Euro kostet. Enthalten sind alle Ausstellungen, Führungen und diskursiven Veranstaltungen wie Gespräche, Vorträge und Filmvorführungen. Da Andrea Lissoni im Haus der Kunst aber auch viele Musik- und Performance-Reihen macht, wird auch noch die Jahreskarte „365 Live“ für 100 Euro angeboten. Sie enthält zusätzlich Zugang zu allen Live-Veranstaltungen wie den Tune-Konzerten und Performances.

Fürs Deutsche Museum lohnt sich eine Jahreskarte allemal. Schon weil es so riesig ist, dass man es eh nicht mit einem Besuch erkunden kann. Hier kostet die Jahreskarte regulär 45 Euro, ermäßigt 24 Euro.

Im Bayerischen Nationalmuseum gibt’s die Jahreskarte ebenfalls für 45 Euro, dafür kann man alle Sammlungen und alle Sonderausstellungen sehen. Sie gilt ab dem Kauf oder dem Ausstellungsdatum und ist ausschließlich an der Museumskasse erhältlich. Auch die Archäologische Staatssammlung bietet eine Jahreskarte an, allerdings einheitlich zum Preis von 45 Euro, und sie gilt nur für die Dauerausstellung.

Der Barberinische Faun in der Glyptothek ist immer wieder einen Besuch wert.
Der Barberinische Faun in der Glyptothek ist immer wieder einen Besuch wert. (Foto: Johannes Simon)

Im Museum Fünf Kontinente kostet die Jahreskarte 30 Euro regulär, 25 Euro ermäßigt. Sie ist gültig für die Dauerausstellungen und die Sonderausstellungen. Noch günstiger sind die Antikensammlungen und die Glyptothek am Königsplatz: Eine Jahreskarte für beide Häuser ist für 20 Euro (regulär) und 15 Euro (ermäßigt) erhältlich. Keine Jahreskarte bietet beispielsweise das Ägyptische Museum an, aber das Museum weist darauf hin, dass die Mitgliedschaft im Freundeskreis nur 70 Euro pro Jahr kostet. Dafür kann man nicht nur kostenlos die Ausstellungen besuchen und an den Führungen teilnehmen, zu den Benefits zählen auch Einladungen zu Eröffnungen, Previews, Vorträgen und Seminaren, und das hauseigene Magazin gibt’s obendrauf. Für alle Indiana-Jones-Fans also ein echtes Schnäppchen.

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