Rein optisch hat sich der Bogenhauser Hof seit seiner Wiedereröffnung vor gut zwei Jahren kaum verändert. Nur auf der Terrasse sind vor Kurzem ein paar Zitronenbäume dazugekommen, die erahnen lassen, dass dort neuerdings italienisch gekocht wird. Die Villa Amalfi im Bogenhauser Hof war ursprünglich als Sommeraktion gedacht. Das Konzept komme aber schon nach wenigen Wochen so gut bei den Gästen an, dass man es beibehalten werde, verrät Karl Rieder.
Er betreibt das Lokal in der Ismaninger Straße seit dessen Sanierung zusammen mit Kian Moussavi. Eigentlich hätten die zwei Wirte die Küche von Anfang an italienisch ausrichten wollen, erinnert sich Rieder. Doch dann konnten sie Hannes Reckziegel als Küchenchef gewinnen und setzten auf dessen internationale Küche. Reckziegel kocht inzwischen im Greta Oto im neuen Königshof; und im Bogenhauser Hof konnte man zuletzt nicht alle 300 Innen- und Außenplätze optimal auslasten. So sind die Wirte zu ihrer Ursprungsidee zurückgekehrt.
Auf der neuen Speisekarte stehen Klassiker der italienischen Küche: unter Antipasti etwa Rindercarpaccio (18,60 Euro) und Vitello Tonnato (17,50 Euro), bei den Pastagerichten unter anderen Bolognese (16,50 Euro), Carbonara (16,80 Euro) und Tartufo (26,50 Euro) sowie Hauptgänge mit Fisch und Fleisch wie gebratene Garnelen (38,50 Euro) und Saltimbocca (32,50 Euro). Im Südtiroler Stüberl im ersten Stock werde außerdem auch alpenländische Kost aufgetischt, sagt Rieder, der selbst aus Südtirol stammt.
Damit kein Aufschrei durch Bogenhausen geht, weil nun aus dem bekanntesten Traditionslokal dort ein Italiener geworden ist, sind die beliebtesten Gerichte der alten Karte – Austern, Hummerschaumsuppe, Lachs-Sashimi und Wiener Schnitzel – geblieben. Bloß heißt das Schnitzel jetzt „Cotoletta alla Bogenhauser Hof“ (Villa Amalfi im Bogenhauser Hof, Ismaninger Straße 85, täglich durchgehend Küche von 11.30 bis 22.30 Uhr, Telefon 089/985586, www.villa-amalfi.de).

Überhaupt muss man sich nicht die Tortur über den Brenner zur Urlaubszeit antun, um in den Genuss italienischer Spezialitäten zu kommen. Denn von 17. bis 29. Juni laden die Italienische Handelskammer München-Stuttgart und der Bayerische Hotel- und Gaststättenverband zur Aktion „Friaul-Julisch Venetien zu Gast in Bayern“ ein.
Unter den 16 teilnehmenden Restaurants in Bayern, die während dieser Genusswochen Gerichte oder Menüs mit typischen friulanischen Produkten und Weinen anbieten, sind auch drei Münchner Lokale: das Spatenhaus an der Oper, das Seehaus im Englischen Garten und Der Pschorr am Viktualienmarkt. Zu den Spezialitäten der Region im Nordosten Italiens zählen zum Beispiel der luftgetrocknete San-Daniele-Schinken aus dem gleichnamigen Ort, der halbfeste Kuhmilchkäse „Montasio“ sowie das Maismehl-Gericht „Polenta“, das als Hauptgericht oder als Beilage serviert werden kann.
Das Spatenhaus kombiniert sie gleich alle drei auf einem Teller: Fleischröllchen („Involtini“) vom Kalb, gefüllt mit San-Daniele-Schinken, dazu Montasio-Polenta, grüner Spargel und Kirschtomaten (38 Euro). Im Seehaus gibt es ein friulanisches Brotzeitbrettl (22 Euro p.P.), und im Pschorr stehen unter anderem Kartoffelrösti mit San-Daniele-Schinken, Kräuterrahm und Marktsalat auf der Tageskarte.

